Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1669586
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iertes 
Hauptstüc 
ternanz der Maschen und der Distribution der Zierrathen und 
Berloks bewunderungsivürdig ist. Das MittelalteN liebte und 
Spanien erhielt in altem Werthe das zierliche Netzwerk als Schmuck 
des Haupthaars und leichteste Körperhülle. 
In der Baukunst, in der Keramik, überhaupt in allen Künsten 
wird das Netz zur F läehenverzierung und erhält öfters struktur- 
symbolische Anwendung als Schmuck der Wülste und bausehigen 
'l'heile, z. B. der Pausen der Vasen. 
Ueber die Archäologie des Netzes vergl. Böttiger in seinen 
verschiedenen Schriften uhd Aufsätzen über den Schmuck den: 
Alten. 2   
Die 
Masche. 
Die Masche ist ein noeud coulant, ein Knoten dessen Lösung 
die Auflösung des ganzen Systems dem c1' angehört nach sich 
zieht. Sie ist das Element der Strumpfwirkerei, der Strick-und 
Hiickelarbeiten und hat je nach den Instrumenten die dabei ge- 
braucht werden und der Bestimmung des Gewirkes was man 
machen will ihr besonderes Entstehungsgesetz. Ich bekenne 
meine Nichtbefähigung tiefer in das Innere dieser Kunst einzu- 
dringen und bemerke nur dass sie eine äusserst rafiinirte ist und 
Produkte erzeugt, deren Eigenschaften sonst auf keine Weise er- 
reiehbar sind und die ausserdem in sich in ihrer Construk- 
tion die Elemente ihrer reichsten Zierde tragen. Die Elasticität 
und Dehnbarkeit ist der spezifische Vorzug dieser Produkte 
welcher sie besonders zu engansehliessenden die Form umspan- 
nenden und faltenlos Wiedergebenden Bekleidungen eignet. Zu 
besonderem Schmuck gereichen diesen Produkten der Stricknadel 
und des Häckchens das Zwickelwerk und die Nähte, hier 
zum Glück unvermeidliche Motive der Wverzierung, die daher 
fast immer und zu allen Zeiten ihre ächte Bedeutung und ihre 
richtige Stelle der Anwendung behaupteten. 
Ich weiss nicht, Wie Weit die Alten in dieser Kunst fortge- 
1 In Ebenefs Trachten und in dem Werke liIoyen-äge et renaissance, 
Artikel Costumes, sind hübsche mittelalterliche Netze gegeben. Das Museum 
for practical art and scieuce in Kensington enthält indische Netze und 
Schmucke in Netzform. 
2 Äldobrand. Hochzeit S. 1511-
        

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