Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1669559
'l'extile 
Kunst. 
Prozesse. 
Gezw 
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kurzen Rohstoffen oft durch das Kratzen ersetzt, wodurch der 
Faden etwas tilzähnliches erhält.  
Die Prozesse des Zupfens, Quetschens, Leimens und Drehens 
wurden seit undenkliehen Zeiten mit Hiilfe der feuchten Hand 
und der drehenden Spindel bewerkstelligt. Die neuen Spinnma- 
sehinen haben darin dem Prinzip nach nichts geändert, sondern 
vervielfältigen und erleichtern nur die Produktion durch Ersatz- 
mittel für die Hand und durch Anwendung von Maschinen um 
viele Spindeln mit den dazu gehörigen Ersatzmitteln für die 
Hand auf einmal in Bewegung zu bringen. Die feinsten und 
festesten Fäden werden noch immer in Indien, wo die alte Me- 
thode des Spinnens beibehalten wurde, hervorgebracht. 
Jeder Stoff macht seine eigene Bereitungsmethode nothwendig, 
die den Stil der Gespinnste inüuencirt, der sich aber natürlich 
auch besonders nach (lem Gebrauch richtet, der von ihm zu 
machen ist.  
Vieles lässt sich über diesem Wichtigen Gegensfand noch sagen, 
worüber nur ein genauer Sachverständiger das Wort zu neh- 
men hat. 
Das 
Gezwirn. 
Das Gezwirn ist ein dem Gespinnst verwandtes Produkt, ein 
aus zwei oder mehrern künstlichen Fäden zusammengesetzter 
stärkerer künstlicher Faden. Die Prozesse die dabei nöthig wer- 
den, sind einfacher als die des Spinnens. Das Zupfen, Pressen 
und Leimen wird unnöthig und es bedarf nur der Drehung, die 
durch ein Schwungrad oder dem. ähnliche Vorrichtungen erleichtert 
wird. Die einzelnen Fäden die zusammengedreht werden sollen 
sind vorher auf cylindrische Spindeln oder Walzen aufgehaspelt 
worden und laufen gemeinschaftlich durch einen Ring i hinter 
welchem das Zwirnen vor sich geht. Mehrere gezwirnte Fäden 
können nach derselben Operation in. eindickeres Tau verbunden 
werden. So lassen sich Fäden, die aus verschiedenen Stoffen be- 
stehen, deren Durchmesser nicht gleich sind und die in ihren 
Farben abwechseln, zusammenzwirnen und dieser Prozess selbst 
lässt sich ausserdem, je nach der Absicht die vorliegt, variiren; 
man kann z. B. lockeres und festes Gezwirn machen, doppelte
        

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