Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1669547
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iertes 
Hauptstück. 
Zweck der Haltbarkeit und Elasticitat besser erfüllt. Dann ge- 
hören dazu die zu Riemen geschnittenen Thierfelle und unter 
andern minder beachtenswerthen Produkten die einigen wilden 
Völkern seit lange bekannten und uns erst in neuester Zeit 
Wichtig gewordenen Fäden, die aus harzigen Ptlanzenstoflen be- 
reitet sind. 
Der Stil dieser Gegenstände, als abhängig von den Proceduren 
und Instrumenten die bei ihrer Produktion in Anwendung kom- 
nien, ist einfach zu erklären: er spricht sich dadurch aus, dass 
einige davon die kreisrunde Durchschnittsflächc haben oder er- 
halten, andere, wie die Riemen, zunächst bandförmig gestaltet sein 
müssen. Doch hat die Drehung mich bei ihnen Statt und macht 
sie spiralförmig. 
Das Kautschukgefade iniitirt den Lederriemen, kann aber 
auch als kreisrunder glatter Faden geformt sein, oder die Spiral- 
form annehmen, ist überhaupt nach der bekannten Eigenschaft 
des Kautschuk ohne speziellen Stil, sondern allgefiigig. 
Die technischen Mittel und Instrumente für die Bereitung 
dieser Produkte sind seit undenklichen Zeiten dieselben geblieben. 
Die Sattler der Aegypter haben auf Wandbildern von Theben 
dasselbe halbrnondförmige Messer, dessen sich unsere Lederar- 
beiter noch heute bedienen und wissen damit lange Riemenspira- 
len aus einem einzigen Felle zu schneiden. Mit einem solchen 
aus einer Kuhhaut geschnittenen Riemen gewann sich Dido den 
Boden Karthagos. 
Der Schmuck des Riemenwerks ist zum Theil von seiner 
Bandform abhängig und soll dieser entsprechen. Vor allem soll 
er Flächenverzierung bleiben und den Tenor des Riemens nicht 
unterbrechen, seine Funktion als Band hervorheben. 
Das 
Gespinnst. 
Das Gespinnst ist ein aus vielen natürlichen Fäden bestehen- 
der künstlicher Faden. Zu seiner Produktion bedient man sich, 
nachdem die natürlichen Fäden vorher dazu passend vorbereitet, 
werden, der Mittel des Kämmens , des Zupfens, des Quetsehens, 
des Leirnens und des Drehens. Durch das Kämmen werden die 
Fäden möglichst parallel gelegt, es wird bei verworrenen und
        

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