Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1669529
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iertes 
Hauptstück. 
stühle für geblüinte Stoffe etc. etc. Es sind also die Hexalnita 
keine geblümte Zeuge und kommt nun hinzu, dass der Sammt 
noch heutigen Tages genieiniglich mit sechs Einschlagfaden gemacht" 
wird, von denen drei durchschnitten werden, während die übrigen 
drei das Gewebe bilden, so wird es sehr wahrscheinlich, dass 
Falcandus hier den Sammt gemeint habe. Wären die Hexamita 
(was noch angenommen werden könnte) nur ein Ta_f"ft_ oder Le- 
vantin von sehr starkem sechsfachem Einschlage gewesen, so 
würde. ihm wohl nicht mit dem Atlas ein besonderes Atelier ein- 
geräumt worden sein.  
Es wäre wohl nothwendig, auch über jene leichten und ge- 
fälligen Taffte, die nach der Stadt Reims, rensa hiessen, auch 
schon im 9. Jahrhundert unter dem Namen Zindel-in den ver_ 
schiedensten Farben in Deutschland getragen wurden, einige stili- 
stische Bemerkungen hinzuzufügen.  
Sie dienten vorzüglich als Ünterfutter und für leichtere Klei- 
der und bildeten, wenn sie changirten, das heiSSt Verschieden- 
farbig schillerten, den Lieblingsstoff der florentiner undrömischen 
Malerschule, die ihre edlen Frauengestalten, heilige und profane, 
sehr häufig mit Tuniken aus apfelgrünschillernder, rosarother 
Tatiitseide bekleideten.  Dieser schöne, pfauenartig" schillernde 
Stoff ist gänzlich aus der Mode gekommen und wird nur noch 
in England getragen, woselbst er schon im frühen Mittelalter unter 
dem Namen Pfawin (fown) fabrizirt wurde. l 
Dessgleichen liesse sich über die kräftigen Levantins und jetzt 
sogenannten Gros de Naples, besonders über die schönen Moiree- 
stoffe, welche letztere vorzüglich vollen, reichen und zugleich 
scharfen Faltenwurf gestatten und die Massen variirt erscheinen 
lassen, ohne dass sie durch zu sehr hervorstcchende und wohl 
gar bedeutungsvolle Muster unterbrochen werden, und manches 
Andere noch vieles hinzufügen, wären wir nicht genöthigt diesen 
stilistisch historischen Bemerkungen über das Stoffliche der tex- 
tilen Künste bestimmmte Schranken zu setzen. 
die deutschen Frauen , S. 
s. v. pavonatilis pannus. 
' Parzival passim. Siehe Karl Weinhold, 
"wo alle Stellen citirt sind. Ferner Du Gange 
424,
        

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