Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1669103
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Viertes 
Hauptstück. 
Kontrast bildet, indem diese damit netzartig umsponnen erscheint; 
deäääimöchte auch für solche Zwecke die Seide undselbst Baum- 
J ltgarn vor dem Zvirirne den Vorzug behalten, sobald es sich 
um schwarze und überhaupt um dunkelfarbige Netzgewebe handelt. 
__Der eigenthümliehe matte Schimmer des Flachses macht sich 
am vortheilhaftesten geltend, wenn die Oberfläche der daraus fabri- 
zirten Stoffe entweder ganz glatt (unie) ist, oder wenn man sie "da- 
mascirt", eine Procedur des Webens, welche im Folgenden bespro- 
chen werden wird und die der Linnenweberei sicher am meisten 
entspricht. 
Dies ist ungefähr dasjenige, was aus der reinen Berücksich- 
tigung des rohen Flachses und seiner spezifischen Eigenschaften 
auf den Stil der daraus zu bereitenden Fabrikate gefolgert wer- 
den kann, während alles sonstidarauf bezügliche sich mehr an 
die technischen Prozesse, die bei der Fabrikation in Anwendung 
kommen, so wie an den Zweck, der dabei beabsichtigt wird, 
knüpft. 
Dem Linnen zunächst steht die Baumwolle, welche, wie schon 
gesagt wurde, von den alten Autoren sehr häufig mit jenem ver- 
wechselt wird. 
Baumwolle. 
Eigenschaften 
des 
R011 s toffe s 
und 
Verwendung 
desselben. 
Herodot, Theophrast, Strabo, Philostratus und viele andere 
erwähnen häufig der Baumwolle, deren es verschiedene Sorten 
gebe, die zum Theil nicht mehr gekannt sind, oder wenigstens 
nicht mehr zu industriellen Zwecken verwandt werden. Als das 
eigentliche Vaterland der Baumwolle und der daraus bereiteten 
Fabrikate (unter denen die feinen mousselineartigen Sindones die 
berühmtesten sind), wird von jenen Schriftstellern übereinstim- 
mend Indien genannt, obschon die Kultur der Baumwollenpflanze 
sich schon in sehr früher Zeit über YVest-Asien und Afrika verbreitet 
haben musste. 1 Noch älter ist wahrscheinlich die Baumwollen- 
kultur in China, wo sie wenigstens über die Zeit der beglaubigten 
Geschichte hinausreicht. Die Wichtigkeit der Baumwolle als 
billigster und nutzbarster FaserstoH und Handelsartikel hat seit 
1 Siehe C. 
führte Schrift. 
Ritters 
am 
der 
Schlusse 
gegebenen 
Bücherliste 
ange-
        

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