Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668994
Textile Kunst. 
Stoffe. 
Die Lacke. 
123 
Malerei und Skulptur ist. Um die schwarzen Umrisse, die Details 
der Augen, des Mundes, der Haare, des Kostiims, der Landschaft 
u. s. w. auf den Goldgrund zu zeichnen, bedient man sich des 
Lackes Fo-kien; zuletzt setzt man noch verschiedene Details in 
feinem oder in porphyrisirtem legirtem Golde auf, das in Gummi- 
wasser suspendirt ist. 
Man hat auch weisse Lackwaaren 1nit vielfältigen Ornamenten. 
Dieser Lack wird aus dem Hoa-kin-Tsi gemacht, der mit Silber- 
blättchen gemischt ist und mit Kampfer flüssig gehalten wird. 
Das Roth ist das chinesische Zinober (Tchou-cha); das Rosa 
wird aus der Karthamusblume gewonnen, das Grün aus Orpiment 
und Indigo, das Violet aus dem Tse-chi oder calcinirten Kolkotar 
und das Gelb aus Orpiment. Alle diese Farben gewinnen in 
Verbindung mit dem Lacke mit dem Alter, anstatt zu verschiessen. 
Die Feinheit der Pinsel, die angewendet werden, ist ausseror- 
deutlich, auch sind sie sehr theuer (5 Franken das Stück und mehr). 
Aus dem Atelier des Malers und Vergolders geht das Möbel 
in die Hand des Kunsttischlers zurück, der es montirt, mit 
Schlössern, Beschlägen und Handgriffen versieht und geschmack- 
voll auszustatten weiss. 
Die Arbeiter schaffen für sehr geringen Lohn das ganze Jahr 
ohne Unterlass, denn die Chinesen kennen weder Sonntag noch 
Feiertag und die Werkstatt wird nur zweimal im Jahre geschlos- 
sen, nämlich am Neujahrstage und am Tage des Laternenfestes. 
Zuweilen bekommen einzelne Arbeiter "Urlaub. 
der 
Die Technik 
Chinesen mit der Technik der Alten 
Lacke.  Papiermachä. 
verwandt. 
Indische 
Das Verfahren deä Laekirens bei den Chinesen wurde mit 
einiger Umständiiehkeit beschrieben, Weil es in vielen Punkten mit 
demjenigen übereinstimmt, Welches die Hellenen und überhaupt 
alle antiken kunstgebildeten Völker (Assyrer, Aegypter, Etrusker 
u. s. w.) bei ihren polyehromen Fläehenverzierungen beobachteten 
und manchen interessanten Blick in die Technik der ältesten 
Malerei gewährt. Hierauf wird in dem Folgenden noeh zurück- 
zukommen sein; hier sei nur noch darauf hingewiesen, wie sich 
in den oben beschriebenen Laekarbeiten ein vollkommenes Ein-
        

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