Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668924
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Hauptstück. 
Viertes 
sirtem Kautschuk bereitet. Vielleicht macht die neue Erfindung 
Goodyears das Federharz auch zu diesem Zwecke geeigneter. 
Bei einer solchen Materie steht einem Stilisten der Verstand still ! 
Stil 
Jetziger 
der 
bei 
den 
vom-herrscht. 
Kautschukprodukten 
Unter allen Stoffen hat das Metall, wenn man alle Einzeln- 
Eigenschaften der Metalle sich in Eins verschmolzen denkt, noch 
die meiste Aehnlichkeit mit dem unsrigen, wegen der Mannigfal- 
tigkeit der technischen Fakultäten, die beiden gemein ist, wess- 
halb es passend scheinen möchte, die Frage über den Kautschuk- 
stil auf das Hauptstück über die Metalle zu übertragen. Doch 
kann sie hier schon nicht ganz umgangen werden, nämlich mit 
Hinblick auf das Bekleidungswesen und die Flächenbehandlung 
im Allgemeinen, Worin der genannte Stoff eine so wichtige Rolle 
zu spielen anfängt. Es ist interessant, hierüber zuerst die Er- 
fahrung sprechen zu lassen, die, obschon die Geschichte der Kaut- 
schukindustrie sehr jung ist, nicht ermangelt, ihre Lehre zu geben. 
Die Vergleichungspunkte bieten die beiden Ausstellungen von 
1851 und von 1855. Die Kautschuk- und Guttaperchaprodukte 
Waren in beiden, besonders in den amerikanischen und engli- 
schen Abtheilungen sehr reichlich repräsentirt und geben einen 
sicheren Aufschluss über den Standpunkt der neuen "Industrie 
zu Anfang und zu Ende des Zeitraumes von 4 Jahren. Auf 
der Ausstellung von 1851 in dem Hydepark sah man in dieser 
Technik das Prinzip vorherrschen, die Aptitüde des Federharzes, 
jegliche Form, auch die schwierigste, anzunehmen, bis auf das 
allerextremste auszubetiten, es musste hier seinen angebornen 
federharzigen Leichtsinn in allen möglichen Extravaganzen und 
Luftspringerkünsten kund geben, gegen Welche in den besseren 
Artikeln und Aufsätzen, die damals über jene Weltausstellung be- 
richteten, denn auch mit grossem Rechte geeifert worden ist. Ist 
es der Einfluss dieser Stimmen oder ist es der gesunde Menschen- 
verstand der Amerikaner, der seinen Weg allein zu linden wusste, 
 kurz, diese haben seitdem gelernt, den jugendlichen Federsinn 
des Harzes zu bändigen; sie liessen sich durch die grosse Bild- 
samkeit des Stoffes nicht wieder zu gekünstelten und zweckwidri- 
gen Formen und Verzierungen verleiten und zeigten auf der letz-
        

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