Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668916
Textile Kunst. 
Stoffe. 
Kautschuk. 
115 
g. 13.) Auch die Eigenschaft des präparirten Federharzes die gal- 
vanoplastische wie jede andere Vergoldung leicht anzunehmen ist 
hier noch hervorzuheben. 
Ich entnehme aus dem interessanten Berichte des Dr. Bucher 
über den Artikel Kautschuk auf der letzten Pariser Weltausstel- 
lung  den ich auch schon in dem vorherigen zum Theil benützt 
habe, folgende Liste von Gegenständen, die von Goodyear, Morey 
und anderen damals ausgestellt waren, um zu zeigen, wie viel 
umfassend schon jetzt der Bereich dieses merkwürdigen Stoffes 
ist, und in welchem Grade er die Aufmerksamkeit der Techniker 
und selbst der Kunstindustriellen noch fortwährend in Anspruch 
nehmen muss; da gab es Schuhe mit feinen Ventilen, die das 
Wasser nicht ein, Wohl aber die Evaporation des Fusses von Jnnen 
auslassen; Kleidungsstücke aller Art; wasserdichte Tapeten, 
davon eine Art, mit farbigem Sand bewerten, von Gagin in 
Clincnoncourt, zur Aussenbekleidung der Wände; Landkar- 
ten; Zelte; Pontons; Rettungsboote; Schwimmgürtel; Taucherau- 
züge; Ringe, um Wagen in das Gestell zu hängen, an Stelle von 
Springfedern; Bilderrahmen; Meubel, solide oder fournirt; Sattel- 
gestelle; Büchereinbände; Hähnchen für Fässer etc.; Knöpfe; Was- 
serkannen; Gewehrkolben; Sahelscheiden; Patrontaschen; Spuhlen 
und andere Maschinentheile; Toiletten- und Wl7eberkärn1ne; Blank- 
scheite; Stäbe für Schnürleiber, Sonnen- und Regenschirme; Spa- 
zierstöcke; Brillengestelle von ausserordentlichcr Dünne, Biegsam- 
keit und Haltbarkeit; Griffe von Messern und Werkzeugen aller 
Art; Lineale für Reisszeuge mit Eintheilung in Millimeter; Haut- 
reliefs mit und ohne Vergoldung; Schmucksachen, Kästchen und 
Quincaillerie aller Art. Auch der rothe Sa m mt, mit dem die 
Schränke verhangcn sind und die goldenen Schnüre und Quasten 
daran sind-von Gummi"!  Eine grossartige Anwendung ist auch 
der Beschlag der Schiffe mit Gummiplatten, die nicht wie die 
Kupfertafeln der Oxydationen ausgesetzt sind und Wegen ihrer 
Elasticität den Insekten und Bohrmuscheln Widerstand leisten. 
Aus amerikanischen und französischen Häfen sind im vorigen Jahre 
Schiffe mit einem solchen Beschläge zu weiten Reisen ausgelaufen. 
Auch Pferdebeschläge und Radringe (die sich aber nicht sonder- 
lich in praxi bewährt haben), wurden schon früher aus vulkaniw 
In 
vom 
der Nationalzeitung 
Sept. 
1855.
        

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