Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668811
Kunst. 
Textile 
Pelzwerk 
Die Decke; 
und Leder. 
105 
geschlossenen Extremitäten ,und Beiwerken, "mit ihren scharf ac- 
centuirten, feinen und doch zugleich massigen Umrissen sind 
gleichsam ein konventionelles llebereinkommen zwischen dem 
harten widerstrebenden Stoffe und der Weichen Hand des Men- 
schen mit ihren einfachen Werkzeugen, dem Hammer, dem Meisse], 
der Feile und dem Schleifsteine. Sie sind zugleich das Ergebniss 
den-Absicht, ein langdauerrndes, nichtleicht zerstörbares 
Werk zu stiften. Ihre grossartige Ruhe und Massenhaftigkeit, die 
etwas eckige und flache Feinheit ihrer Lineamente, die Massigung 
in der Behandlung des schwierigen Stoffes, die sich an ihnen kund 
gibt, ihr ganzer Habitus sind Stilschönheiten, die jetzt, da wir den 
härtesten Stein mit Hülfe der Maschinen wie Käse und Brod 
schneiden können, zum Theil keine Nothwendigkeit mehr haben, 
 aber dennoch thun wir wohl, ihn nur da anzuwenden, wo 
Härte und Dauer des Stofflichen nothwendig wird und aus diesen 
beiden Eigenschaften allein das zu befolgende Stilgesetz abzu- 
leiten, dem sich die Maschine bei ihrem YVerke unterzuordnen 
hat. -4 Dasselbe gilt, unter veränderten Prämissen (da hier Ge- 
schmeidigkeit, Flachheit und Dauerhaftigkeit die stoff- 
lichen Bedingungen sind), von den Stilgesetzen, wonach sich die 
Maschine bei den Lederfablikaten in ihrer Allmacht mässigen soll. 
über 
Weiteres 
Leder 
und Pelzwerk. 
Es ist zweifelhaft, 0b nicht die Kunst des Gerbens noch früher 
denn in Aegypten schon in Asien zu hoher Vollkommenheit ge- 
diehen war. Von den Chinesen Wissen Wir, wie schon angeführt 
worden, dass sie schon im 3ten Jahrtausende vor Christo wie in 
fast allen technischen Künsten, so auch in dieser keine Anfänger 
mehr Waren. Sie Waren schon in so früher Zeit Antiquitäten- 
sammler und in den ältesten Urkunden des Volkes wird auf die 
Geschicklichkeit der Vorfahren und die Vorzüglichkeit der Werke 
aus jenen Urzeiten angespielt. 
Auch die uralte Bevölkerung des Euphratthales verstand diese 
Kunst seit Zeiten, die wenigstens ebenso lange egitfernt liegen von 
dem Anfange der Geschichte rückwärts gerechnet, Wie die jetzigen 
es sind, im entgegengesetzten Sinne gerechnet. Nicht nur gemeine 
Semper. 14
        

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