Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668733
Textile 
Kunst. 
'l'eclmisch-Historisches. 
Die 
Haut. 
97 
in das Spezielle des Faches, aber von einem kunstgebildeten 
Manne abgefasste Formenlehre! 
Es liegt, wie bereits oben erklärt wurde, nicht in dem Plane 
des Werkes, angedeuteter Weise in das Spezielle jeder Kunst ein- 
zugehen, vielmehr muss der nähere oder entferntere Bezug auf 
Baukunst bei der Behandlung des hier vorliegenden reichhaltigen 
Stoffes, der sonst fast unübersehbar wäre, für die Behandlung; 
desselben hier massgebend bleiben. 
2) Einfache Naturerzeugnisse, die ganz naturwüclmsig oder nur nach vor- 
hergegangener technischer Bearbeitung, durch welehe die struetiven und 
formellen Eigenschaften der Stoffe keine wesentlichen Aonderungen 
erleiden, angewendet werden. 
eigene 
Die 
Haut, 
die 
Decke. 
xmturwiichsigste 
Das erste Naturprodukt, was hier in Frage kommt, ist ohne 
Zweifel das eigene Fell oder die Haut des Menschen; die so merk- 
würdige kulturhistorische Erscheinung des Bemalens und Tetto- 
wirens der Haut ist auch in stilgeschiehtlicher Beziehung von 
grossem Interesse. Wir wissen nicht recht, ob die gemalten oder 
eingeäzten Striche und Schnörkel, womit die ganz oder zum Theil 
nackt gehenden Völker fast durchgängig ihre Haut zu verzieren 
pflegen (eine Sitte, die sich selbst bei sehr kultivirten Völkern 
und zwar bei solchen, die gernässigte und selbst kalte Länder 
bewohnten, lange Zeit erhalten hatte) das Ursprünglichste in der 
Verzierungskunst sei, oder 0b auch hier, wie so oft in dem, was 
für ursprünglich gehalten wird, eine Reniiniscenz vorhergegange- 
ner höherer Kultur vorliegt. 
Mit Hinblick auf diesen Zweifel sollte der Tettowvirung ein 
Paragraph in der kulturgesehichtliehen Rubrik dieses Haupt- 
stückes und zwar unter dem Kleiderwesen gewidmet sein, wess- 
halb hier nur darauf hinzuweisen ist, dass die meisten, sogenannt 
wilden Völker diejenigen Farben für ihre Hautbeinalungen auf- 
zufinden wissen, die der Farbe ihrer Haut am besten entsprechen. 
Bei manchen Völkern gibt sich sogar eine richtige Kenntniss der 
Lage und der Funktionen der durch die Haut bedeckten Muskeln 
in der Weise kund, wie sie diese und ihre Tllätigkeitgn auf A91- 
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