Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668721
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Hauptstück. 
Viertes 
sam natürliche logisch abgeleitete (Jonsequenz des 
Rohstoffes zu sein und so zu erscheinen, beruht eine wesent- 
liche und die erste technische Stilgerechtigkeit eines Werkes. 
Diese ist also zunächst abhängig von den natürlichen Eigen- 
schaften des Rohstoffes, der zu behandeln ist und die derjenige 
genau kennen muss, der entweder selbst aus demselben ein tech- 
nisches Werk hervorbringen will, oder den Produzenten Anlei- 
tung, Vorschrift und Muster dafür vorzubereiten berufen ist. In 
neuer Zeit ist die Hand des Produzenten selten oder niemals zu- 
gleich diejenige, die hinreichende Befähigung und Musse besitzt, 
auch selbst zu erfinden, sobald diese Erfindung nämlich aus dem 
Gebiete der Erfahrungswissensehaften und der Berechnung hor- 
austritt und sich nur halbweg einer Art von Conception im künst- 
lerisch-formellen Sinne annähm. Unglücklicher Weise trifft es 
sich aber, dass gerade jetzt, wo das Büreaugeschäft und die Geld- 
macherei der Fabriklierrn, der Maschinendienst und die Proleta- 
rierknechtschaft den Arbeiter für diese Kunstfrage Vollständig ab- 
gestumpft haben, zugleich auch diejenigen, die Gelegenheit hat- 
ten, hier Ersatz zu bieten, den Erwartungen eines günstigen Ein- 
flusses, den sie üben könnten, um die Industrie auch künstlerisch 
zu heben und blühen zu machen, nicht nachkommen und zwar 
hauptsächlich aus dem Grunde, weil ihnen die genauere Kenntniss 
der Rohstoffe und der technischen Proeeduren, die in den ver- 
schiedenen Industriezweigen zu der Verarbeitung der erstern an- 
gewendet werden, nicht hinreichend geläufig sind, sie auch wohl 
nicht immer von der Nothwendigkeit, sich durch die Eigenschaften 
der Rohstoffe und die Einflüsse der Proceduren, die in Frage 
kommen, bei Yhren ngeistreichen" Compositionen leiten lassen zu 
müssen, überzeugt sind, sie nicht selten schliesslich die Stilge- 
setze gar nicht kennen, zu denen die richtige Schätzung der 
genannten Momente für industrielle Produktion führen muss. 
(Vergleiche hierüber meine Schrift: Wissenschaft, Industrie und 
Kunst etc. 1852. Vieweg. Braunschweig. Ferner R. A. Dyeds. 
Report on foreign schools of design, made in 1839 im Aus- 
zuge in dem Catalogue of the artieles of ornamental art in the 
Museum of the Department Appendix (B) Marlborough-House. 
London.) Wie nöthig Wäre für jede Branche des industriellen 
Betriebes, die der Domaine der Kunst nur halbweg angehört oder 
zu ihr hinüberleitet, eine recht praktische, mit vollstem Eingehen
        

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