Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668596
'l'extile 
Kunst. 
Die 
Naht. 
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bindenden und verknüpfenden Momentes , wodurch zwei oder 
mehrere Flächenelemente zu Eins verbunden werden, als Kunst- 
 R symbol, ist es nicht zu veigvundern, dass es 
 4 7 zugleich mystisch-religiöse cdeutung erhielt, 
ä Q die sich stets und überall an derartige Ueber- 
"X i" (Kvi; lieferungen aus den ältesten Anfangen der 
e-  ü. Civilisation knüpft und das sicherste Erken- 
 nungszeichen für sie ist. Doch unter ihnen 
ff  e f, ist keine von so tiefgreifender und zugleich 
lt  l allgemein verbreiteter Geheimbedeutung, wie 
sw,  l der mystische Knoten, der nodus Herculeus, 
  I die Schleife, das Labyrinth, die Masche, oder 
k?  unter welcher verwandten anderen Form und 
   Benennung dieses Zeichen sonst auftreten 
 XI   mag. Es ist in allen theogonischen und_ 
l v  kosmogonischen Systemen das gemeinsam 
k A  1x gültige Symbol der Urverkettung der Dinge, 
Y    der Nothwendigkeit  die älter ist, als die 
  Welt und die Götter, die Alles fügt und über 
  Alles verfügt. Der heilige Fitz ist das Chaos 
 '   selbst, das verwickelte üppige, sich selbst 
 j verschlingendeSchlangengewirr, aus Welchem 
Qxxgx, alle ornamentalen Formen, die "struktiv 
 thätigen", hervorgingen, in welches sie, 
ß l  R nach vollendetem Kreislaufe der Civilisation, 
f  I  ) unabänderlich zurückkehrten. Wir begegnen 
5  ,  i]  ihm daher in vollstem Wucher und zwar fast 
  w. immer gleich oder doch im Wesentlichen sehr 
l  m  nahe verwandt, am Beginne und am Schlusse 
    jeder grossen Gesellschaftsexistenz; auch 
Q selbst Formen, die aus seiner veredelten 
  Auffassung hervorgegangen sind, finden sich 
K! in auffallendster Aehnlichkeit bei Völkern, 
  die nicht die geringste Gemeinschaft oder 
 X   Stammverwandtschaft mit einander zu haben 
 . ' scheinen,  und doch, wenn etwas für das 
   Dogma eines gemeinsamen Ursprunges aller 
((1 i. Nationen spricht, so ist es die Gemeinschaft 
skaudinavim: dieser und einiger ihm verwandter Traditionen
        

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