Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst ; mit 125 in den Text gedr. Holzschn. und 15 farb. Tondrucktaf
Person:
Semper, Gottfried
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1666981
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1668292
'l'extile Kunst. 
Decke. 
Die 
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reitenden Elemente eines Ganzen sind, dessen Mittelpunkt der 
Beziehungen nicht die Hülle oder Decke, noch irgendein her- 
vorleuchtender Theil auf ihr ist, sondern vielmehr dasjenige, 
was durch die Hülle und die Decke als Einheitliches be- 
zeichnet wird. Dass für Hintergründe der bezeichneten Art das 
System der polychromen Ornamentation, Welches aus dem Prin- 
zipe der gleichmässigen Vertheilung hervorgeht, schon desshalb 
das angemessenste und vielleicht das einzige sei, Welches hier, 
wo nur die allgemeineren Prinzipien des Stiles" besprochen wer- 
den sollen, Berücksichtigung finden" darf, findet schon darin seine 
Bestätigung, dass sie nur nachidem bezeichneten Systeme sich 
als einheitlich abgeschlossen darstellen können, ohne die Greiizen 
ihrer Bestimmung zu überschreiten und aus ihrem dienenden Ver- 
hältnisse herauszutreten. Es hat das orientalische Prinzip der Po- 
lychromie zugleich den unschätzbaren Vortheil (der übrigens aus 
denselben Ursachen gefolgert werden kann), dass es sich jeglicher 
Umgebung mit Leichtigkeit anpassen lässt und gleichsam mit al- 
lem harmonirt, was man mit ihm in Berührung bringt. Auf Ein- 
zelntltille angewendet, ist es nicht schwierig, die allgemein passende 
Stimmung für dasselbe zu treffen, die sich zwischen den Extre- 
men des Heiteren und des Düsteren bewegen wird. In dieser 
Beziehung mag es der einfachen Schattirung zwischen Weiss und 
Schwarz durch alle Töne des Grau verglichen werden, unbescha- 
det des lebhaften Farbenreizes, den es gestattet. 
Motive. 
Richtung der ornannentalen 
Wir gehen zu etwas anderem über, dessen Bestimmung für 
uns von Wichtigkeit ist, nämlich zu der Frage, welche Riehtiuigr 
denjenigen ofnamentalen oder figürlichen Gegenständen zu gebeqägä 
die ihrer Natuf-iiiäeliein Oben und Unten haben oder halIBIISIYHÄTÜT-i 
Nehmen wir; zuerst den einfacheren Fall an, dass ein  
teppich oder irgend eine aus. diesem Urmotive cntsprungene FÜSS- 
bodenbekleidung mit einem nach geometrischen Grundlinien ge- 
ordneten, gleichmässig vertheilten Rankenwerke (liaprirt, oder mit 
ornamentalen Einheiten, die in der organischen Natur ihre Vor- 
bilder haben, überstreut werden solle. Welche Richtung hat in 
diesem Falle dals llluStC-l" zu nehmen, nach welchem Gesetze sind
        

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