Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022274
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J. 1148 eingeweiht ist: auf diesem Stein sind Eucharius, 
Valerius und lllaternus, die angeblichen Gründer der Kirche 
von Trier und Schüler des Apostels Petrus, abgebildet, 
zu ihren Füssen ein weibliches Teufelsbild,  eine An- 
spielung auf die in der Prömerzeit hier verehrte Diana, 
welche der h. Eucharius umgestürzt habe 1). Und zu 
Altenkirchen auf der Rügenschen Halbinsel Wittow, wo 
das erste christliche Gotteshaus aus dem Holzwerke des 
Arkonischen Swantewitswalls errichtet sein soll, in der 
Kirche, deren Erbauung in das Ende des zwölften Jahr- 
hunderts gesetzt wird, sieht man ein Swantewitsbild ein- 
gemauert 2). Es befindet sich unterwärts an der Aussen- 
Seite derjenigen Wand, die den östlichen Abschluss des 
Südlichen Seitenschiffs bildet. Doch ist es nicht zur Zeit 
der ursprünglichen Anlage, sondern erst später eingesetzt 
und dem berühmten Götzenbild von Arcona wohl nur 
nachgebildet. Da dieser Stein nicht nur auswärts und 
unterwarts in das Fundament, sondern auch so einge- 
mauert ist, dass die Figur des Swantewit liegend, das 
ist umgestürzt erscheint; so soll dadurch ohne Zweifel 
der Sieg der christlichen Kirche über diesen Götzendienst 
ausgedrückt sein.  Zu Colbaz aber, einem der ältesten 
Klöster Pommerns, gestiftet im J. H54, hat in der Spitze 
des obersten Giebels des alten Abteihauses ein metallenes 
Götzenbild sich befunden: eine menschliche Gestalt in 
1) In dem I-Iofe ist noch das Behältniss, in welchem ehemals der 
Torso des Götzenbildes stand, der jetzt im Museum der Gesell- 
schaft niitzlicher Forschungen aufbewahrt wird. Statist-topogr. 
Beschr. des Reg-Bez. Trier (im Adress-Kal. für d. Regt-Bez. 
Trier. 1845) S. 294.  In der Beschreib. der Matthiaskirche 
bei Chr. W. Schmidt, Baudenkm. in Trier, 2. Lief. S. 83 ff. 
Ende ich das oben genannte Steinbild nicht erwähnt. 
2) Kugler Pommefsche Kunstgesch. S. 10 f.  Ich habe das 
Bild zu Altenkirchen öfters beschallt.
        

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