Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022209
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Inschrift bestimmt gewesen ist. Dazu kommt, dass der 
Memorius nicht vor Diocletian und lllaximian gelebt haben 
kann 1),  während die Arbeit der Sculpturen, ohne 
aus den besten Zeiten der Kunst zu sein, doch auf eine 
frühere Zeit hinweiset, wie Millin bemerkt. Daher 
ist es auch dessen Meinung, dass der Sarkophag weil: 
eher gemacht sei, als Memorius darin bestattet worden, 
dass derselbe um die Zeit des Maximian oder Constantin 
gestorben, und dieser schöne Sarkophag, da er sich leer 
gefunden, zu seinem Grabmal genommen sei. 
Wahrscheinlich gehört hierher auch ein ovaler Sar- 
kophag mit schönem Bildwerk, der beim Graben der 
Fundamente der heutigen Sakristei der Peterskirche im 
J. 1777 entdeckt und im Pio-Clementinischen Museum 
aufgestellt ist 2). Man sieht dort fünf Paare eines bacchi- 
schon 'l'anzes, der in den verschiedenen Bewegungen der 
sich gegenüber gestellten Satyrn und Mänaden (nach Ger- 
hard) Bilder aus den steigenden Graden bacchischer Ein- 
weihung zeigt. Namentlich ist zu bemerken eine Bacchantin, 
welche die mystische Schwinge mit dem verhüllten Phallus 
erhebt, eine andere mit Weinlaub bekränzt, welche durch 
orgiastischen Taumel sich auszeichnet. Jene Paare sind 
durch Löwcnköpfe abgetheilt, unter denen Amorcn auf 
Panthern sitzend erscheinen. Dies Gefäss enthielt zwei 
Skelette: zugleich fand man da, wo dasselbe entdeckt 
wurde, eine doppelte christliche Inschrift auf einen Johannes 
und 'l'itianus 3). Es scheint die Inschrift dazu gehört zu 
1) Denn erst von ihnen sind die beiden Legionen unter dem Nanlen 
der Joviani und Herculiani errichtet worden, s. Eckhel Doctr. 
nunnn. T. VIII. p. 9. und unten S. 18, 5. 
2) Abgebild. bei Cancellieri De secretar. Basil. Vatic. T. III. 
zu p. 1442. und Visconti Mus. Pio-Clement. T. IV. Tav. 
XXIX. Vergl. Beschreib. Roms, II, 2. S. 133-135. 
a) Nach Cancellieri l. c. p. 1442. Es wird dort zwar nicht
        

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