Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022182
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also nachmals 
worden. 
ein 
christlicher 
Preshyter 
in 
ihr 
bestattet 
 Eben so sind Denkmäler mit heidnischen: Bildwerk 
als Grabmäler benutzt. 
Ein interessantes Beispiel giebt ein an der Via Appia 
bei der Villa Mattei gefundener Votivsteivz, der im Capi- 
tolinischen Museum aufbewahrt wird 1). In der Mitte 
des Reliefs auf einem Sockel stehend erscheinen Mercur 
und Hercules, darunter ein Flussgott, wahrscheinlich der 
Gott des Flusses Ascanius, bei welchem Hylas von den 
Nymphen geraubt wurde: dieser Raub nehmlich ist zur 
Rechten vorgestellt, links sieht man die Grazien. Die 
Tafel ist an einem Trivium den Quellen und Nymphen 
geweiht von einem Epitynchanus zwischen 139 und 161 
n. Chr., wie die Unterschrift anzeigt. Merkwürdiger Weise 
nun enthält das Relief selbst noch eine Inschrift, nehmlich 
die Worte: 
BONIFATI 
VIVAS SACER- 
DUS.  
Wer ist dieser Priester Bonifatius? Nach einer Ver- 
muthung 2) ein Priester des Mereur, auf dessen Antrieb 
Epitynehailus das Trivium hergestellt haben möge; nach 
einer andern 3) ebenfalls ein Priester des Mereur, welchem 
ein Wanderer, der sich hier erqtiiekte, seine Dankbarkeit 
Melanippus errichtet war, hat auf der rechten Seite eine christ- 
liche Inschrift, welche den Kaufcontract über einen Weinberg 
zwischen dessen Besitzer und einem Kloster enthält; die erstere 
Inschrift bei Boeckh C. I. N0. 3765. T. II. p. 964. 
1) Abgebild. im Mus. Capit. T. IV. Tab. 54 und bei Millin Mythol. 
Galler. N0. 475; vergl. Platner Beschreih. Roms III, 1. S. 197. 
 Die Inschrift bei Guasco Mus. Capit. Inscript. T. I. p. 77. 
N0. 44. Orelli Collect. N0. 1635. T. I. p. 313. 
2) Nicol. Foggini Mus. Capit. l. c. p. 256. 
a) Millin Mytholog. Galler. S. 108. der deutschen Uebers.
        

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