Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1022003
Pariser Psalteriuin vergleicht, dass die beiden Original- 
gemälde zu jenen Abbildungen in dieser Handschrift zu 
finden sind, die wirklich dem zehnten Jahrhundert ange- 
hört und ursprünglich aus Constantinopel stammt. Duval 
mag bei den beiden Blättern diese Notiz gefunden haben 
und hat entweder nicht verstanden, dass sie auf eine 
Handschrift der K. Bibliothek zu Paris  oder nicht, auf 
welche Handschrift in derselben sie zu beziehen sei. S0 
werden also durch ihn, ohne sein Wissen, von zwei 
merkwürdigen Gemälden jener Handschrift Abbildungen 
dargeboten, auf die ich weiterhin, wenn der Inhalt der- 
selben zur Sprache kommt, Bezug nehmen werde. 
10. Die andere Handschrift aus dem Ende des zehn- 
ten Jahrhunderts ist das Evangeliarium Ott0's lI., früher 
zu Epternach, jetzt in der Herzog]. Bibliothek zu Gotha, 
in dessen Miniaturen Sonne, Mond, Erde, Flüsse, die 
vier Elemente, Winde in menschlicher Gestalt erscheinen 1). 
Damit stimmt auch der obere Deckel desselben von Gold 
und Elfenbein, welcher als Zugabe seiner christlichen 
Vorstellungen die vier erstgenannten Figuren zur An- 
schauung bringt. 
11. Am Ende dieser Reihe von Handschriften, welche 
christliche Gemälde mit physisch-mythologischen Vor- 
stellungen enthalten, steht eine Handschrift, die auch 
schon den Anfang der neuen Periode bezeichnet, in wel- 
cher historisch-mythologisehe Motive wieder Eingang 
fanden: der Hortus deliciartim der Herrad von Landsperg, 
der von ihr als Abtissin des Klosters Hohenburg im 
Elsass (1167-1195), um 1175 verfasst ist 2) und in 
L 
1) Wie Bathgeber angiebt, Beschr. der Ilerzogl.Genliildegallerie 
zu Gotha S, 18. 19., doch werden diese Blalereien dort nicht 
näher nachgewiesen. 
2) S. Engelhardl; an dem gleich anzuführenden Orte S. 21.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.