Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026794
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in England, welche aus dieser Gallerie stammt 1), ferner 
eine Sibylle in halber Figur, ein gerühmtes Gemälde im 
Palast Borghese 2), und die Cumäische Sibylle in der 
Gemäldesammlung des Capitolß). Daselbst ist auch die 
Persische Sibylle von Guernico4). 
Das Interesse für diese weissagenden Frauen des 
Heidenthums oder vielmehr für die Idee, in welcher das 
Mittelalter sie aufgefasst hat, spricht sich auch in der 
Darstellung ihres Tempels aus, womit zwei Meister des 
siehenzehnten Jahrhunderts die Landschaft bedeutungsvoll 
geziert haben: ein Gemälde von Claude Lorrain zeigt 
den Tempel der Sibylle zu Tivoli mit einer Aussicht auf 
das Meer; von Nic. Berchem ist ein Wasserfall zwischen 
hohen Felsen, auf denen der Tempel der Sibylle steht 5). 
Indessen war bald nach der Zeit, als die Vorstellung 
von den Sihyllen durch Michelangelo und Raphael die 
höchste Weihe der Kunst erhalten hatte, eine Wendung 
eingetreten, wodurch sie der Kunst gänzlich entzogen 
zu sein scheinen. 
Denn seit dem Ende des sechzehnten Jahrhunderts 
ward die Aechtheit unserer sibyllinischen Orakel be- 
stritten 6): und es ist seitdem evident geworden, dass 
sie sämmtlich, so weit sie den Einen Gott und Christum 
1) In d. Samml. des Herzogs von Buckingham zu Steve, Waagen 
a. a. O. Th. I. S. 501. 
z) Platner Beschreib. Roms III, 3. S. 288.; doch s. das. 289. AJ. 
a) Platner a. a. O. III, 1. S. 128. n. 53. 
4) Ebendas. S. 128. n. 38. 
5) Jenes ist in der Samml. Coke zu Holkham, dieses in der Samml. 
Hope zu London; Waagen a. a. O. Th. II. S. 507. 148. 
ü) S. Bleck an dem oben (S. 474. Anm. 2.) a. O. S. 129 ü.
        

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