Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026753
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Bänder der folgenden Textseite ergänzt werden: auf der 
erstern Seite stehen am innern Rande vier Sibyllen, die 
Tiburtina, Cumana, Erythraea und Delphica 1), und daran 
angrenzend auf der andern Seite vier Propheten: Jeremias, 
I-labakuk, Daniel, Jona; dazu kommen die vier Evangelisten, 
am obern Rande der erstern Seite Matthäus und Lucas, 
am untern Rande der andern Seite Marcns und Johannes; 
endlich am äussern Rande beider Seiten die vier griechi- 
schen und die vier lateinischen Kirchenlehrer. 
4. Während in allen diesen Fällen die Sibyllen nach 
ihrer vorbereitenden Bedeutung eine untergeordnete Stelle 
einnehmen, so fehlt es doch nicht an Compositionen, in 
denen sie mehr selbständig, um ihrer selbst willen vor- 
geführt werden,  sei es insgesammt oder in einem 
Einzelbilde. 
Von der erstern Art ist besonders bemerkenswerth 
eine Handschrift aus der französischen Miniatnrschule des 
funfzehnten Jahrhunderts in der K. Bibliothek zu München 2), 
welche die Bilder der zwölf Sihyllen enthält. Das Titel- 
blatt zeigt die Arche, in deren unterer Abthcilung aus 
vier Hallen je ein Mann und eine Frau hinaussehauen, 
das sind die „acht Seelen, welche behalten wurden durclfs 
Wasser" der Sündfluth, oben sieht man den Raben fliegen 
(1 Mos. VIII,  die Arche ist hier ohne Zweifel ein 
Typus der Kirche. Es folgen dann auf der Kehrseite der 
Blätter die Sibyllen, deren Bild jedesmal eine ganze Seite 
einnimmt, sitzend mit einem Attribut in der Linken; die 
l) Diese einzelne Kandverzierung kommt daselbst noch einmal vor 
B]. 253. b., wo die Hauptvorstellung die Ausgiessung des heil. 
Geistes ist. 
2) Cim. 44. Cod. iconogr. 414. ehemals V. a. 3. in 4". Sie wird 
kurz erwähnt von Schorn zum Vasari II, 2. S. 191.  Wegen 
der in ihren Miniaturen vorkommenden Genien ist schon oben 
S. 368. dieser Handschrift gedacht worden.
        

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