Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026742
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welches Reue ll. von Anjou für seinen Gebrauch beim 
Gottesdienst hatte machen lassen, enthält in seinem ersten 
Bilde Propheten und Sibyllen, nehmlich in der Mitte David 
stehend, umher Moses, Jesaias, Jeremias und Habaktik,  
auf dem Rande zu den Seiten sechs grau in Grau gemalte 
Sibyllen als Kniestiicke 1). Das Gebetbuch der Anna von 
Bretagne enthält alle zwölf Sibyllen, jede mit einem 
prophetischen Spruch über Geburt, Leiden und Auf- 
erstehung Christi 2). 
Dann folgen Stalfeleibilder italienischer Meister aus 
dem Anfang des sechzehnten Jahrhunderts in der K. Ge- 
maldegallerie zu Berlin 3). Von Raphael eine Anbetung 
der Könige um das J. 1502, welche wegen der mytho- 
logischen Arabesken schon früher zur Sprache gekommen 
ist: oben in den Ecken des Bandes erscheinen Ztvßi 
jugendliche Sibyllen mit Spruchbändern; von Lorßnlß 
Costa eine Darstellung im Tempel vom J_ 1502; im Vor- 
grunde knieen eine Sibylle mit einer beschriebenen 'l'afel 
und ein Prophet; von Cotignola eine Vermählung der 
Maria im Tempel vom J. 1516: im Vorgrunde stehen 
eine Sihylle und ein Prophet, jeder von einem Engel 
begleitet (vergl. oben S. 370.). 
Wiederum an jene Anordnung von Pinturrichio er- 
innert ein Holzschnitt in dem Deutsch-römischen Brevier, 
Venedig, 1518 (B1. 145.  welcher die Anbetung der 
Könige darstellt mit Bandvorzierutlgen, die durch die 
l) Waagen Kunstw. u. Künstler in Paris S. 391. 
2) Näher beschrieben von Didron zum lllanuel d'ic0nogr. chret- 
p. 152. Eins dieser Gemälde, die Persische Sibylle mit einer 
Laterne und die Lybische mit einem Lieht in der Hand zu beiden 
Seiten des Stammbaums Christi, ist abgebild. bei Sommerard 
Les arts du moyen äge, Album, Ser. VI. Pl. XXV.  
a) Die drei hier benannten Gemälde haben die Nummern 1501 
112, 290.
        

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