Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026660
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J. 1334 von Giotto angefangen wurde, enthält in den 
Nischen der dritten Abtheilung 16 kolossale Statuen von 
Patriarchen, Propheten, Sibyllen und spätern Heiligen, 
gearbeitet von Donatello, Niccolo Aretino und Luca della 
Robbia 1). In Relief sind Sibyllen nebst Propheten an 
Ghiberti's beiden Bronzethüren von S. Giovanni zu Florenz 
(1402-1447) als Einfassung biblischer Scenen zu sehen 2). 
Wiederum die Statuen der Sibyllen von der Hand della 
Porta's befinden sich an dem h. Hause zu Loreto in 
Nischen zwischen den Bildwerken, welche auswendig 
ringsumher die grossen Wandflächen einnehmen und die 
Hauptereignisse aus dem Leben der Maria darstellen: an 
der nördlichen und südlichen Wand stehen je drei, an 
der westlichen und östlichen je zwei Sibyllen, sämmtlich 
in der obern Abtheilung, denen eben so viele Propheten 
in den Nischen der untern Abtheilung entsprechen, in 
folgender Anordnung 3) : 
nördlich: westlich: 
Sibyllen: HellesponticanPhrygia, Tiburtina Libyca, Delphica 
Propheten: Jesaias, Daniel, Amos Jeremias, Ezechiel 
südlich: x östlich: 
Pcrsica, Cumana, Erythraea Samia, Cimmeria 
Malachias, David, Zacharias Moses, Balaam. 
S0 sind also kirchliche Gebäude mit diesen Bild- 
werken geschmückt, die aber bedeutsam in den äussern 
Mauern oder am Eingange angebracht sind. 
Manche Kirchen aber haben eigene Kapellen für die 
Sibyllen und nach ihnen benannt: eine solche Sihyllen- 
Kapelle mit zwölf Nischen für die Statuen der zwölf Sibyllen 
befindet sich am Eingange von St. Jacques zu Dieppe 4). 
1) E. Förster Beiträge etc. S. 158. 
2) Vasari Leben der Maler II, 1. S. 106. 117. 
a) Thiersch u. A. Reisen in Italien Th. I. S. 445- 
4) Didron an dem oben (S. 491. A. 1.) angef. O. 
448.
        

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