Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026622
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Mittelbild, die Maria als Himmelskönigin mit dem Christ- 
kinde auf dem Arme, ist umgeben auf der Innenseite der 
Flügel von den Alttestamentlichen Symbolen der jung- 
fräulichen Geburt: auswendig ist, grau in Grau gemalt, 
auf dem Flügel rechts die h. Jungfrau mit dem Kinde, 
halbe Figuren in einer Mandorla, auf dem Flügel links 
oben drei posaunende Engel, unten die Sibylle mit dem 
Kaiser Augustus. Vorzüglich bemerkenswerth ist ein Altar- 
werk in der K. Gemäldegallerie zu Berlin 1) (n. 535.) 
von Hans Memling, oder vielmehr von Rogier von 
Brügge 2), Schiller des Johann van Eyck. Auf dem 
Hauptbilde enthält es die Geburt des Heilandes; die 
Seitenbilder aber stellen die Verkündigung dieser Geburt 
im Orient und Occident dar,  wobei die Sibylle in 
eine bedeutsame Parallele zu stehen kommt. Nehmlich 
zur rechten Seite sieht man die heil. drei Könige auf 
den Knieen das Christuskind anbeten, welches in den 
Strahlen des Sterns ihnen erscheint. Auf der andern 
Seite ist in einem Gemache, durch dessen Fenster man 
zu der Erscheinung der h. Jungfrau mit dem Kinde hinaus- 
blickt, Kaiser Augustus und die Tiburtinische Sibylle: sie 
macht ihn auf die Erscheinung aufmerksam und anbetend 
schwingt er vor ihr ein Rauohfass 3).  Ausserdem ist 
ein kleines Bild mit dieser Scene, welches dem Dierick 
Stuerbout (der in den J. 1462-1468 thätig war) zu- 
geschrieben wird 4), im Nachlass Brentan0's in Frankfurt. 
i 
1) Beschrieben von Kugler Beschreib. der Gemälde-Gall. des 
K. Mus. zu Berlin S. 163., wo auch die Legende von der Vision 
des Augustus in versificirter Abfassung mitgetheilt wird. 
2) Nach Passavant im Tüb. Kunstblatt 1841. S. 19. n. 4. 
3) Dieses Flügelbild ist noch einmal in der K. Gemäldegallerie zu 
Berlin, n. 555. 
4) Von Passavant a. a. O. S. 41.
        

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