Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026609
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die Vision, wovon die lateinische Ueberlieferung spricht, 
enthält zuerst ein Mosaikbild, mit welchem der Altar 
dieser Kirche vermuthlich unter dem Gegenpapst Anaclet II. 
(1130-1138) geschmückt ist 1); es stellt zwischen zwei 
Säulen unter einem Rundbogen das Lamm mit dem Kreuz 
auf einem Altar stehend dar, aus dessen Brust ein Blut- 
strom in einen Kelch sich ergiesst: in den Zwiekeln des 
Bogens rechts Maria mit dem Kinde, links den Kaiser 
Augustus, sie anbetend,  darüber die Inschrift: 
Luminis hanc almann matris qui scanrlis ad aulam 
Cunctarum prima que fuit orhe sita: 
Noscas quod Cesar tunc struxit Octavianus 
llanc Ara(m) Celi, sacra [ITOIBS dum patet ei. 
Dasselbe Ereigniss, aber angeknüpft an die Sibylle, 
ward in der Tribune dieser Kirche im vierzehnten Jahr- 
hundert von Pietro Cavallini, einem Schüler Gi0tt0's, in 
Freseo gemalt: eine Madonna mit dem Sohn auf dem 
Arme in einer Glorie, darunter die Tihurtinisehe Sibylle, 
welche dem Kaiser Augustus Jesus Christus zeigt, den 
er anbetetz). Mit der ganzen Tribune ist auch das Ge- 
mälde im Pontificat Pius IV. zerstört 3). 
Diesem Gemälde voran geht ein Miniaturbild des- 
selben Gegenstandes in einer Handschrift vom J. 1285 4), 
1) Abgebild. bei Casimiro Memor. istor. d. chiesa e convento di 
S. Maria in Araceli zu p. 161. Muratori Antiquit. Ital. med. 
aevi T. III. zu p. 878. lig. 1. Von der Inschrift vergl. Platner 
Beschreib. Roms III, 1. S. 668. 
2) Vasari Leben der Maler Th. I. S. 256.  Dies Gemälde wird 
wegen der Vorstellung der Sibylle auch hervorgehoben von 
IIIarangoni Delle cose gentilesche p. 42. und Raoul- 
Bochette Mem. sur les anbiq. chret. I. p. 31., so wie in s. 
Tableau des Catacombes de Bome p. 212 sq. ed. Brux. 
a) Platner Beschreib. Roms III, 1. S. 353. 
4) Muratori l. c. p. 879. mit Abbild.
        

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