Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026598
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Jahrhundert in den Kirchen Rom's und Ravennafs davon 
noch vorhanden ist, eine Darstellung der Sibyllen,  
obwohl Propheten seit Alters her dort vorgestellt sind, 
z. B. Jesaias und Jeremias in den Mosaiken von S. Vitale 
in Ravenna aus dem sechsten Jahrhundert, so wie in den 
Mosaiken der Kathedrale zu Capua aus dem Ende des 
neunten oder dem Anfang des zehnten Jahrhunderts. 
Auch der spätern byzantinischen Kunst scheint diese 
Vorstellung ziemlich fremd geblieben zu sein. Die mehr- 
erwähnte Anweisung zur Kirchenmalerei von dem Mönch 
Dionysius spricht nach den Alttestamentlichen Propheten 
nur von Einer Sihylle, ohne sie zu nennen (s. oben 
S. 420.);  und auch diese eine hat sich unter den 
Malereien zahlreicher griechischer Kirchen nicht ge- 
funden 1). 
Desto geläufiger ist die Vorstellung von den Sibyllen 
der spätern abendländischen Kunst geworden und hat 
insbesondere zur Ausschmückung der Kirchen gedient: 
wofür sie im zwölften und dreizehnten Jahrhundert an- 
geeignet ist, als durch dogmatischen und hymnologischen 
Gebrauch das Interesse dafür neu angeregt, auch jene 
Sage von der Tiburtinischexi Sibylle in Umlauf gesetzt 
wurde. 
Die 
Tihurtinische Sibylle 
Augustus. 
mit 
dem 
Kaiser 
Die Sage von der Weissagung der 'l'iburtinischen 
Sibylle an den Kaiser Augustus hat zu bildlichen Dar- 
stellungen Veranlassung gegeben vor allem an dem Schau- 
platz derselben, der Kirche S. Maria Araceli. Eine 
Andeutung des Ereignisses noch ohne die Sibylle, wie 
in der griechischen Sage, doch wohl mit Hindeutung auf 
zum 
dron 
Manuel (Yiconogr. 
chröt. 
152.
        

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