Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026575
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Hos quidem ex multis reor admiraberis actus 
Caesareos, ut Tarpejo vestigia colle 
Fatidicae quondam ductu montisque Sibyllae 
Presserit Augustus Caesar, visoque feratur 
Obstupuisse deo    
coelique vocabitur ara 
Iste locus, surgens matris suh nomine templum. 
Auch in dem Buch wdas geist- und weltliche Rom" 1), 
einer Uebertragilng der Mirabilia urbis, wahrscheinlich zum 
Gebrauch der deutschen Pilger in Rom genlacht, fehlt 
die Geschichte von dem Octavian und der weisen Fraw 
Sibylle nicht,  welche noch der Cardinal Baronius 2) in 
Schutz zu nehmen sucht. 
Die 
Kunstvorstellung. 
Das sind die Traditionen, welche die geschichtlichen 
oder sagenhaften, innerhalb der Kirche gegebenen Voraus- 
setzungen enthalten, aixf deren Grund man so lange sich 
berechtigt hielt, die Sibyllen neben den Propheten in den 
Kreis christlicher Kunstverstellungen zu ziehen. 
Für die Darstellung derselben aber sind aus jenen 
Voraussetzungen zwei Momente hervorzuheben, wodurch 
die Kunst zwiefach freie Hand erhielt. Erstens, dass 
1) Nach einem xylograph. Druck beschrieben bei Jacobs und 
Ukert Beiträge zur äilteren Literat. Bd. I. S. 76.  Nach- 
weisnngen über das sonstige Vorkommen dieser Geschichte 
werden von Jacobs gegeben ebendas. S. 454. und (Bd. II. H. 2. 
S. V.) Bd. III. S. 359. 
2) Baronius (Apparat. ad Annal. c. 26. ed. Mansi p. 447.) sucht, 
doch nicht ohne Bedenken, die Wahrheit dieser Fabel durch 
die Erklärung aufrecht zu erhalten: die Sibylle habe allerdings 
nicht zur Zeit des Augustus gelebt, aber er habe nicht von ihr 
persönlich, sondern aus den sibyllinisclien Gedichten jene OlTen- 
barung empfangen. 
        

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