Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026501
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Der erste, der auf deren Orakel Rücksicht genommen, 
ist einer der apostolischen Väter, Clemens Romanus, der 
in seinem Briefe an die Korinther den Untergang der 
Welt durch Feuer angeführt hat 1). 
Namhaft gemacht aber wird die Sibylle zuerst um 
die Mitte des zweiten Jahrhunderts von Justin dem Mär- 
tyrer als die Cumäische: diese, sagt eri), eine Tochter 
des Berosus, sei aus Babylon nach Campanien gekommen 
und habe zu Cumä Orakel gegeben, welche der Lehre 
der Propheten nahe konlmend die Zukunft Christi deut- 
lieh verkündigen: ihre Bücher seien auf dem ganzen 
Erdkreis verbreitet. Die Stellen, welche Justinus daraus 
anführt, sind aus dem dritten und vierten Buch unserer 
Sammlung genommen, wo aber von jener persönlichen 
Nachricht nichts vorkommt. Diese hatte er zu Cumä 
selbst eingezogen, wo er auch den Ort, an welchem sie 
geweissagt, gesehen haben will.  Bald darauf redet 
Theophilus 3) wieder nur von der Sibylle schlechthin. 
Clemens von Alexandrien 4) aber erwähnt, zum Theil nach 
Pausanias, vier Sibyllen: die Phrygische oder Delphisehe, 
Erythräische (Herophile), Aegyptische und Italische. 
Worauf das Chronicon paschale 5) zwölf Sibyllen auf- 
zählt, das sind ausser den zehn, die bei Varro vorkommen, 
die Hebräische und die Rhodische, in folgender Ordnung: 
1) Angeführt von Ps. Justin. Quaest. et respons. ad orthod. 
Resp.   Die Stelle fehlt, in dem uns erhaltenen ersten 
Brief des Clemens. Vergl. Coteler. Judic. de ep. II. Clem. 
p. 182 sq. Bleek a. a. O. S. 147. 
2) Justin M. Cohort. ad Gr. c. 37. p. 33. c. Semisch Justin 
d. M. I, 225. 
3) Theophil. ad Autol. II, 36. p. 375. a. 
4) Clem. Alex. Strom. I, 21. p. 384. l. 2-14. 
5) Chron. pasch. p. 108. c. ed. Bonn. T. I. p. 201. 
        

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