Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026420
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Figur, seine Arme öffnend, um die, so auf ihn ihre 
Hoffnung gesetzt, in seinen Schooss aufzunehmen,  und 
eine lange Reihe der bedeutendsten Personen des Alten 
Bundes, welche Augen und Hände zu ihm erheben:  
zuletzt folgt eine allegorische Darstellung der Hoffnung 
und Verzweiflung 1). Die Hoffnung ist vorgestellt auf 
dem Hintertheil eines Schiffes, welches majestätisch durch 
die ruhigen Wellen schwimmt: sie hält mit beiden Händen 
eine Sichel und zwischen ihren Armen eine Sense, um 
das reife Korn zu erndten; auf dem Vordertheil des 
Schiffes aber erscheint der Phönix auf dem" Scheiterhaufen, 
als Symbol des ewigen Lebens.  Als ein Sinnbild der 
Kliche aber, welche die Verheissung hat, dass die Pforten 
der Hölle sie nicht überwältigen sollen, sieht man den 
Phönix in einem Gemälde, welches Giulio Romano im 
Valican, in der Sala di Constantino, ebenfalls unter 
Clemens VII. ausgeführt hat: der erste der acht dort 
vorgestellten Päpste ist Petrus, zu seiner Rechten die 
allegorische Figur der Ewigkeit, welche den Phönix zur 
Seit.e hat 2). 
4. Eine individuelle Anwendung mit Beziehung so- 
wohl auf unverletzte Keuschheit als auf unerschrockene 
Hingabe in den Tod hat der Phönix erhalten auf einer 
Medaille, deren Rückseite d'en Vogel in seinem Neste 
zeigt, zur Sonne aufbliekend, von deren Strahlen dasselbe 
entzündet ist, mit der Umschrift: 
Unicum forßitudinis) et pudüeitiae) exeniplum; 
vorne enthält sie ein weibliches Brustbild mit der Um- 
1) Von der letztem wird unten S. 53. die Rede sein. 
2) Passavant Rafael von Urbino Th. II. S. 375. Vasari er- 
klärt die beiden Tugenden neben Petrus für die Religion und 
die Frömmigkeit, Leben der Maler III, 2. S. 387.
        

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