Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026403
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Phönix über dem Scheiterhaufen, rechts an der östlichen 
Wand der Erlöser mit dem Kreuz, und dem Fenster 
gegenüber über dem südlichen Hauptbogen der Löwe des 
Abgrundes, der einen Menschen zerreisst. Sie finden 
sich auch in protestantischen Bildwerken, namentlich an 
dem Denkmal des Domherrn von Bothmar  1597), in 
der Krönung der Seitenflügel, im Magdeburger Dom. 
Endlich gedenke ich noch eines Werks aus dem Anfang 
des siebenzehnten Jahrhunderts, des Allerheiligenaltars 
im Dom zu Trier, welcher in der Mitte der vordem 
Ansicht den Himmel mit Chören der Heiligen enthält: zu 
beiden Seiten sind über David und Moses der Pelican 
und der Phönix dargestellt 1). 
Wie nun der Phönix auch ohne den Pelican vor- 
kommt, so theilt sich die Vorstellung zunächst in diese 
beiden Bedeutungen. 
i. Mit Beziehung auf die Geburt Christi von der 
Jungfrau ist das Bild des Phönix in das Defensorium in- 
violatae virginitatis b. Mariae von Franciscus de Retza 
etwa aus dem Anfang des funfzehnten Jahrhunderts (s. oben 
S. 155.) aufgenommen mit der Unterschrift 2): 
Fenix si in igne se renovare valet, 
Cur mater dei digne virgo non generaret; 
obwohl die mancherlei Instanzen, welche in dieser Art 
zur Beglaubigung des zweiten Satzes hier vorgebracht 
werden, keineswegs lauter Parallelen enthalten, sondern 
überhaupt nur wunderbare Ereignisse betreffen, von denen 
auf die Glaublichkeit auch dieses Wunders geschlossen wird. 
1) Walrand Gesch. des Domes zu Trier und Beschreib. u. Erkl. 
seiner Monumente. Trier, 1844. S. 53. Zwar wird dort. ange- 
geben, es seien zwei Pelicane, der eine mit seinen Jungen, der 
andere im flammenden Nest; ohne Zweifel ist aber die letztere 
Vorstellung ein Phönix. 
2) Bei Jacobs u. Ukert Beitr. zur älteren Literat. Th. l. S. 109.
        

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