Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026392
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und die beiden letztern auf Tod und Auferstehung Christi 
sich beziehen; so geht der Phönix wahrscheinlich, wie 
das Einhorn, auf die Menschwerdung,  obwohl die 
erläuternde Inschrift des Besselschen Bildes den Phönix 
gar nicht von der Person, sondern von dem Amte Christi 
deutet: 
Ut sol feniceas succendat fervidus alas, 
Sie ego flamma furens sum cunctis corda pcrurens. 
Wenn hingegen Pelican und Phönix allein neben 
einander erscheinen, so liegt es näher, den Phönix für 
Symbol der Auferstehung zu nehmen: sie dienen alsdann 
die letzten und entscheidenden Epochen des Erlösungs- 
werks abzubilden,  dass Christus gleich dem Pelican 
sein Blut für die Seinen vergossen hat und gleich dem 
Phönix durch den Tod zum Leben hindurchgedrungen 
ist. Beide Thierbilder kommen zweimal in den Holz- 
schnitten vor (das letztere in den Arabesken der Ein- 
fassung), mit welchen das „Deutsch römisch Breviera, 
gedruckt zu Venedig, 1518, ausgestattet ist 1). Besonders 
bemerkenswerth ist ihr Wiedererscheinen in kirchlichen 
Sculpturen: sie sind angebracht an den Chorstühlen im 
Münster zu Basel aus der zweiten Hälfte des funfzehnten 
Jahrhunderts 2). Eine bedeutsame Vorstellung enthält die 
Kathedrale zu Lund im nördlichen Arm des Kreuzes am 
Band der Decke aus dem Anfang des sechzehnten Jahr- 
hunderts (um 1520) 3): geradezu über dem Fenster nach 
Norden erscheint der Pelican, der sich die Brust aufreisst 
für seine Jungen, links an der westlichen Wand der 
 B1. 300. b. 435. b. 
i) Beschreib. des Münsters zu Basel, 1842. S. 16. 
3) Ich habe diese Vorstellung im Sept. 1845 in jener Kathedrale 
selbst beschaut, wo ich von dem würdigen Wiederhersteller 
des Doms Herrn Prof. Brunnius darauf aufmerksam gemacht 
wurde. 
P i p e r , Myfhol. 
Symbol. 
chr. 
Kunst. 
30
        

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