Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026351
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Taufe, sondern er deutet auf das neue Weltalter, das 
durch die Erscheinung Christi auf Erden heraufgeführt 
ist. Ein solches Bild ist zuerst ausgeführt in der Kirche 
S. Cosma e Damiano 1) unter Felix IV. (525-530): der 
Phönix erscheint mit einem grossen Stern, oder vielmehr 
es gehen Strahlen von seinem Kopfe aus. Aber mit dem 
Nimbus um den Kopf sieht man ihn in den ganz nach 
dem Muster dieses Bildes unter Paschalis I. (817-824) 
verfertigten ltlosaikexi von S. Prassede und S. Cecilia 2). 
Seit 
dem 
dreizehnten 
Jahrhundert. 
Eine Aenderung macht zu Anfang des dreizehnten 
Jahrhunderts dadurch sich bemerklich, dass in den M0- 
saiken dieser Zeit, welche eine ähnliche Anordnung wie 
die eben genannten des neunten Jahrhunderts zeigen, 
sowohl in der Tribune der alten Peterskirche i) aus der 
1) Ciampini Vet. Monim. P. II. p. 61. Tab. XVI. Knapp Die 
Basiliken des christl. Roms, Taf. XLII. Unrichtig ist bei Ciam- 
pini der Phönix, der auf einem Zweig des Palmbaums steht, 
über demselben schwebend vorgestellt. 
2) Ciampini l. c. p. 148. Tal). XLVII. und p. 162. Tab. LII. 
3) Ciampini De sacr. aedif. Constantin. M. p. 44. Tab. XIII. 
Knapp a. a. O. Taf. III. C. Doch ist daselbst der Phönix, 
wie es scheint, an einer andern minder ausgezeichneten Stelle 
angebracht gewesen. Unterhalb des Hauptbildes nehmlich (welches 
auch den Palmbaum ohne den Phönix enthält) wird hier, wie 
in den drei vorhergenannten Mosaiken, die ganze Breite der 
Tribune von zwölf Lämmern eingenommen, die aus Jerusalem 
und Bethlehem kommen und in ihrer Mitte ein Lamm unter 
einem Kreuz auf einem Berge stehend haben. Zu beiden Seiten 
desselben hinter den ihm zunächst stehenden Lämmern nun er- 
scheint ein Baum, der am ehesten wie ein Palmbanm aussieht, 
und auf jedem dieser Bäume ein Vogel, der, wie Ciampini 
(p. 46.) bemerkt, wegen seiner Kleinheit nicht zu erkennen 
war. Vermuthlich hat es der Phönix sein sollen.
        

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