Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026344
ÄLÖU 
die h. Felicitas mit ihren sieben Söhnen darstellt, enthält 
zu beiden Seiten einen Palmbaumi, und auf dem einen 
zur Rechten vom Beschauer einen Vogel mit einem Nimbus 
um den Kopf und Strahlen: dieser Vogel sieht zwar wie 
ein lbis oder Storch aus, soll aber doch wahrscheinlich 
der Phönix'sein. Die Bedeutung wäre wohl dieselbe, 
wie auf den Sarkophagen: aber die Anordnung des Bildes 
ist ganz so, wie in den Mosaiken, von denen gleich die 
Rede sein wird. 
Zuvor gedenke ich noch einer schon (oben S. 23) 
erwähnten Glasscherbe, auf welcher Christus vorgestellt 
ist, auf einem Berge stehend, von welchem der Jordan 
herabströmt, zu seiner Rechten vermuthlich der Täufer, 
links eine Person, die in den Fluss hineinsteigt; hinter 
dem 'l'äufer an dem einen Bande der Scherbe sieht man 
den Palmbaum mit dem Phönix. Wahrscheinlich hat der 
ganze Glasbecher, von dem die Scherbe übrig ist, bei 
einem Gastmahl gedient, welches bei der Taufe oder 
einem Jahrestage der Taufe gehalten ist. Dann bezieht 
sich der Phönix, der aus seiner Asche zu einem neuen 
Dasein gelangt, weshalb er sonst auf Sarkophagen ein 
Sinnbild der Auferstehung des Fleisches ist, hier auf die 
geistige Auferstehung,  auf das durch die Taufe 
Begrabensein in den Tod und das Anziehen eines neuen 
Menschen in Christus. 
Endlich findet man den Phönix auch öfters in den 
grossen Mosaiken, welche die Tribune der Basiliken Roms 
schmücken. Und zwar ist die ältere Anordnung die, dass 
in der Mitte Christus, erhöht, in colossaler Figur dar- 
gestellt ist, umgeben von heiligen Personen, und jenseits 
dieser am Bande des Bildes zur Einfassung zwei Palm- 
bäume dienen, von denen der zur Linken vom Beschauer 
den Phönix trägt. Auch hier ist derselbe Sinn: Bild der 
Erneuerung, aber nicht einer einzelnen Person durch die
        

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