Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026324
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Kugel stehend mit der Umschrift PERPETUETAS auf 
einer Münze Valentinian's II. 1) 
Nur vereinzelt ist der Gebrauch, der von dem Phönix 
auf christlichen Bleisiegeln gemacht ist: namentlich sieht 
man ihn mit dem Nimbus um den Kopf, links davon ein 
Kreuz und die Buchstaben FE(NIX) auf einem Bleisiegel, 
dessen andere Seite den Namenszug des Siricius und die 
Umschrift (IN)DIGNI DIACONI zeigt 2). 
2. Die eigenthümlich christliche Vorstellung des Phönix 
aber ist in Verbindung mit dem Palmbaum, gleich dem 
er als ein Symbol des ewigen Lebens benutzt wird. Zu 
dieser durchgängigen Verbindung gab vielleicht die Sage 
von einer Art des Palmbaunis Veranlassung, dem dieselbe 
wunderbare Eigenschaft wie dem Phönix zukomme, wieder- 
holt abzusterben und aus sich selbst wieder aufzuleben. 
Gewiss aber der im Griechischen übereinstimmende Name 
(zpoiivrä s. v. a. Palme und Phönix). Und dabei wahr- 
scheinlich auch die Beziehung auf eine Alttestamentliehe 
Stelle, nach dem Doppelsinn, den man diesem griechischen 
Wort dort gab. Das ist die Stelle Ps. XCII, 13: der 
Gerechte wird grünen, wie ein Palmbaum (a5; qoivzlä), 
 in welcher der (poiwä zwar meistens in der hier 
unzweifelhaften Bedeutung als Palme, zuweilen aber auch 
für den Phönix genommen wurde, wie von Tertullian 
und dem Verfasser des Physiologus 3). 
S0 findet sich der Phönix nun erstens auf Sarko- 
phagen, deren drei bekannt geworden sind. Auf dem 
1) Eekhel Doctr. numm. T. VIII. p. 162. 
2) Ficoroui Piombi antichi Tav. IX, 9. Ehendas. Tav. V, 13. 
ist noch ein Bleisiegel mit. dem Phönix, welches auf der andern 
Seite denselben Namenszug (Sirici), aber ohne den Zusatz 
enthält. 
a) An den S. 453. Anm. 3. 2. angef. Stellen.
        

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