Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026288
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dass defuncta renasci, vornehmlich den Phönix unbedenk- 
lich geltend macht. S0 nennt auch der Verfasser des 
Buchs de trinitate 1) aus der zweiten Hälfte des sechsten 
Jahrhunderts ihn, mit den Worten Tertullian's, den vollsten 
und sichersten Beweis dieser unserer Hoffnung (von der 
Auferstehung). 
Aber auch zur Unterstützung anderer dogmatischen 
Lehren hat man die Natur und Geschichte des Phönix 
als Analogie benutzt. 
Bei der Lehre von dem Ausgehen des heiligen 
Geistes vom Vater im Unterschied von, der Erzeugung 
des Sohnes beruft sich Gregor von Nazianz 2) unter den 
verschiedenen Arten der Erzeugung auf den Phönix (ohne 
ihn zu nennen) als ein Beispiel, dass ein Wesen von 
sich selbst untergehe und erzeugt werde. Doch macht 
er dabei über die Glaublichkcit der Sage einen Vorbehalt. 
 Und eine Parthei der Monophysiten, bezog sich für 
die Annahme, dass Christus eine nur individuell vor- 
handene Natur sei (eine cpzirng uovadber), nicht yewmj) 
 Eine Natur befasst in Einer Person, auf den Phönix 
als Beweis ihrer Lehre, da auch in ihm die ganze Gat- 
tung in dem Individuum aufgehe. Worauf aber der eifrige 
Gegner der Monotheleten und Monophysiteil, Maximus 3), 
entgegnet: er scheue sich darauf zu antworten, aus Be- 
sorgniss, bei Verständigen als ein Thor verlacht zu 
werden, wenn er es unternehme zu zeigen, dass die 
Fabel eine Fabel sei. 
In der lateinischen Kirche dagegen machte man die 
1) Ps. Ambros. De trinit. tract. c. 34. Opp. 
2) Gregor Naz. Orat. XXXI. (Theol. V.) c. 
s) Maxim. ad Petr. Illustr. Lib. adv. dogm. 
p. 297 sq.
        

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