Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026213
i 
Die 
Saga 
1. Die Sage von diesem Wundervogel stammt zu- 
nächst aus Aegypten und Herodot ist der erste, der sie 
aufgezeichnet hat. Der Phönix, erzählt er 1), kommt nur 
selten von Arabien dorthin, alle fünfhundert Jahre, wie 
die Heliopoliten sagen,  und zwar alsdann, wenn sein 
Vater gestorben ist, den er in Myrrhen gehüllt nach dem 
Sonnentempel bringt und dort bestattet. Weiter giebt er 
nur noch die Beschreibung, dass derselbe goldenes und 
rothes Gefieder habe, an Gestalt und Grösse am meisten 
dem Adler ähnlich; gesteht aber, er habe den Vogel 
nicht anders, als gemalt gesehen.  In der That wird 
der Phönix häufig auf ägyptischen Denkmälern gefunden, 
meist mit einem grossen Stern. Ohne Zweifel ist er bei 
den Aegyptern Symbol eines grossen Zeitkreises, wahr- 
scheinlich der Hundssternperiode von 1461 Jahren, und 
jener Stern bedeutet demnach den Hundsstern 2). 
Nach Herodot herrscht langes Stillschweigen über 
diesen Vogel, welches nur durch eine Aeusserung des 
Antiphanes (vielleicht des Rhodiers unter Alexander dem 
Grossen) bei Athenäus 3) unterbrochen wird. Seit der 
Kaiserzeit aber, zuerst bei Ovid, ist viel von ihm die 
Rede bei Römern und Griechen, und wird seine Ge- 
schichte und Beschreibung weiter ausgeschmückttl). In 
Thesaur. s. v. T. II. p. 1456-1459., Bottari Scullz. e pitt. 
sagr. T. I. p. 84 sq. 106-108. und Mühter Sinnb. H. I. 
S. 94-97. güandelt.  Es hat mir für meinen Zweck er- 
forderlich geschienen, die Untersuchung von vorne vorzunehmen. 
1) Herod. Hist. II, 73. 
2) Ideler Hanrlb. der Qhronol. I. S. 183-186. 
a) Athen. Deipnos. XIV. p. 655. b. Vol. V. p. 383 sq. ed. 
Schweigh. 
4) Lactant. De phoenice v. 139. Claudian. Eidyll. I, 17.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.