Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026088
Gewissermaassen eine Fortsetzung oder vielmehr der 
Schluss dieser Allegorie liegt in einem Thema, welches 
ebenfalls von Paolo Veronese ausgeführt ist: die Stärke 
in der Gestalt des Hercules, welche von der Weisheit 
geleitet wird 1).  
Uebrigens haben die Thaten des Hercules den Stolf 
zu allegorischen Darstellungen hergegeben, als ein Sinn- 
bild für die Bekämpfung und Besiegung der Laster. Eine 
moderne Allegorie dieser Art erscheint in einem Kupfer- 
stich von Baldassare Peruzzi: Hercules, der den Geiz 
vom Parnass herabjagtß). Aus der alten Fabel aber ist 
besonders der Kampf mit den Harpyien in diesem Sinn 
benutzt, namentlich von Albrecht Dürer, der schon in 
einem Gemälde vom J. 1500 3) ihn dargestellt hat; dann 
in den Randzeichnungen von 1515 zu dem Gebetbuch in 
München, da wo der VIII. Psalm schliesst (welcher die 
Stelle enthält: alles hast du unter seine Füsse gethan, 
auch die wilden Thiere, die Vögel unter dem Himmel 
u. s. w.) und der XIX. Psalm anfängt 4): es sind drei 
l-Iarpyien, Ungeheuer mit weiblicher Brust und Oberleib, 
mit Löwenklauen und Schlangenschwanz; auf die eine 
schiesst Hercules einen Pfeil ab, während eine andere 
ihm mit den Klauen in die Haare kommt. Denselben 
Gegenstand, die Tödtung der Harpyien durch Hercules, 
bei ihm die Gerechtigkeit, der Uebertluss und die gött- 
liche Liebe, so wie die Besiegung der Laster in der 
Gestalt der Titanen durch die Göttin der Weisheit, ent- 
fix-l 
l) In der Hopeschen Samml. Waagen a. a. O. S. 136. 
2) Vasuri Leben der Maler III, 2. S. 333. 
3) In der Kunstgewerbesehule zu Nürnberg, Heller Albr. Dürer 
Bd. II. S. 196. Waagen Kunstw. u. Künstler in Deutschl. 
Th. I. S. 214. 
4) Bl. 39. l). bei Strixner Bl. 28. Noch einnxal laoxnmt. Hercules 
dort vor, zu seinen Füssen der getödtete Löwe, s. oben S. 39.
        

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