Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026075
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Freseobild von Annibale Caracei im Palast Farnese 1) und 
ein Stalfeleibild von Nie. Poussin in Stourdheadhouse 2). 
Nach Anleitung dieser Fabel hat man dieselbe Seene 
auch in die Gegenwart eingeführt, indem statt des Heros 
eine geschichtliche Person, ein moderner Charakter vor- 
geführt wird, wie er in jenen Conflict gestellt ist. Eine 
solche Anwendung ist in einem lieblichen kleinen Bilde 
von Raphael 3) gemacht,  eine Jugendarbeit, worin der 
Widerstreit des Lebens, aus dem er selbst eine Ent- 
Scheidung suchte, geschildert sein mag: auf seinem Schilde 
liegt schlafend ein jugendlicher Ritter, zu seiner Rechten 
steht sanft und ernst eine weibliche Gestalt, ihm ein Buch 
und ein Schwert vorhaltend, zu seiner Linken in jugend- 
liehem Reiz, geschmückt, aber züehtig und schuldlos eine 
andere weibliche Gestalt, ihm Blumen hinreichend; in der 
Landschaft hinter der erstern sieht man eine steile Felsen- 
burg, hinter der andern eine Stadt am hergbegrenzten 
Fluss. Es ist die Wahl, welche den jugendlichen Helden 
bewegt, zwischen einem Leben der Arbeit und des Ge- 
nusses, dessen Gestalten im Traum ihm vor die Seele 
treten; eine Andeutung seines Entschlusses aber giebt 
der hinter ihm sprossende Lorbeerbaum.  Unmittelbar 
auf sich hat Paolo Veronese die Fabel angewendet in 
einem seiner schönsten Gemälde, welches ihn selbst vor- 
stellt, wie er dem Laster oder der Trägheit entlliehend 
zur Tugend oder zum Ruhm sich wendet 4). 
1) Platn er Beschreib. Boms III, 3. S. 427. 
2) Waagen Kunstw. u. Künstler in England Th. II. S. 321. 
3) Im Besitz der Mad. Sykes, Passavant Kunstreise durch Eng- 
land und Belgien S. 104; zuerst bekannt gemacht von dem- 
selben, Bafael von Urbino Tal". IX. (Kupferstich von Gruner), 
s. Th. I. S. 69. Th. II. S. 26.  
4) In der Hopeschen SammL, Passavant Kunstreise S. 101. 
Piper, Mythol. u. Symbol. d. chr. Kunst. I. 28
        

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