Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1026026
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Anblick, ein eigenes gutes Werk, nie gesehen habe,  
von den Göttern verworfen, von den guten Menschen 
verachtet. Ich aber, fährt sie fort, lebe mit beiden und 
werde von beiden geehrt: denn ich bin ein treuer Bei- 
stand in den Werken des Friedens, wie in den Thaten 
des Kriegs. Süss ist meinen Freunden der Genuss, leicht 
die Entbehrung, froh und rüstig das Alter: und wenn 
das Ende kommt, hleibet ihnen ein ewiges Gedächtniss. 
So könne Hercules durch ein Leben voll Arbeit seligstes 
Glück erwerben. Damit schliesst die Geschichte.  Sie 
kehrt bei den Schriftstellern des Alterthums oftmals wieder 
in der ursprünglichen Gestalt, wie in angewandter Be- 
deutung 1); Cicero, indem er den Anfang anführt, be- 
zeichnet die beiden Wege als den der Virtus und der 
Voluptas 2). Von der antiken Kunst jedoch ist sie kaum 
berücksichtigt worden;  wie überhaupt dergleichen 
Allegorieen und noch dazu von so neuem Datum der- 
selben fremdartig sind. Zwar hat man jene Fabel nach- 
zuweisen gesucht in Reliefs und auf Vasen 3), auf 
1) S. Fabric. Bibl. Gr. ed. Harl. V01. II. p. 718. Welcker 
a. a. O. S. 584-601. 
2) Cic. De offic. I, 32. Den letztem Namen für die Kazia hat 
er auch an der andern Stelle, wo er des Hercules Prodicius 
gedenkt, ad Fainil. Lib. V. ep. 12. S. 3. 
3) Ein Motiv aus der Fabel des Prodicus hatte Winckelmann 
Monum. incd. n. 65. auf einer marinornen Sclmale der Villa 
Albani mit den zwölf Thaten des Hercules gefunden, indem er 
in einer Frau mit einem Palmzweig in der Rechten bei dem 
Kampf mit dem Löwen die Tugend zu erkennen glaubte; wo- 
gegen Visconti Mus. Pio-Clement. T. IV. Pl. XLI. p. 312. 
not. 3. dieselbe für die Dryade des Waldes von Nemea erklärt. 
Vergl. P latner Beschreib. Roms III, 2. S. 505.  Die Fabel 
selbst soll vorgestellt sein auf einer etruskischen ehernen Schaalc 
nach Lanzi, auf einer grossgriechischen bemalten Vase nach 
de Rossi; s. dagegen Boeniger Hercules in bivio e Prodici
        

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