Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025974
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eine Andeutung giebt. In der Sammlung lateinischer 
Lobgedichte auf Julius II. enthält nächst dem Gemälde, 
dessen Gegenstand der Triumph dieses Papstes nach der 
Einnahme von Bologna ist, und welches wegen seiner 
heidnischen Motive schon früher erwähnt worden, das 
folgende Blatt einige gemalte Medaillen mit Bildnissen 
Julius II. und seiner Verwandten: darunter auch die des 
Julius Cäsar und Augustus 1), da diesem kriegerischen 
Papst, mit Anspielung auf seinen Namen, mit der Vor- 
stellung geschmeichelt werden konnte, dass er ein wür- 
diger Nachfolger jener heidnischen Imperatoren sei. Denn 
in der Dedication (B1. 3. b) wird er angeredet velut alter 
Julius, augustus, pius, felix, maximus et semper invictus 2). 
Wiederum die neun starken Helden, heidnische, jü- 
dische, christliche (deren Statuen Schonhover für den „schö- 
nen Brunnen" zu Nürnberg um 1360 gearbeitet hatte) sind 
in einem Holzschnitt von Lucas von Leyden dargestelltß). 
2. Wie in dieser Darstellung geschichtlicher Personen 
aus dem heidnischen Zeitalter die neu erwachte Be- 
geisterung sich spiegelt für die klassische Literatur, welche 
dem zu Ende eilenden Mittelalter als Erbschaft zufiel, und 
für die Thaten der Alten, die man sich zum Vorbild setzte; 
SO erscheinen nun auch Gegenstände des Heroemnythus 
im Lauf des funfzehnten Jahrhunderts,  und zwar zuerst 
in der Unterordnung unter christliche-Scenen in kirch- 
liehen Sculpturen. Zu Anfang des Jahrhunderts ist an 
einem Taufstein von Jacopo della Quercia neben sieben 
Alttestamentlichen Vorstellungen im achten Felde Hercules 
im Kampf mit einem Centauren gebildet (s. oben S. 401.). 
Vornehmlich in der Einfassung der bronzenen Thüren der 
1) Platuer Beschreib. Bonns II, 2. S. 362. 
2) d'Aginc0urt Index der Abbild. zur Malerei S. 93. 
a) Bartsch Peintre grav. T. VII. p. 442. n. 15. Doch findet sich 
hier die Abweichung, dass statt, Klodwig Artus vorgestellt ist.
        

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