Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025953
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Helden auch eine religionsgeschiehtliche Bedeutung, gleich 
jener Wöllin mit den Zwillingen, über der das Crucilix 
sich erhebt: denn im Innern der Kapelle sind die Figuren 
heiliger Helden, wie Judas Maccabäus und der h. Christoph, 
angeordnet, als Hauptdarstellung aber das Abscheiden und 
die Himmelfahrt der h. Jungfrau.  Deutlicher erhellt 
die vorbereitende Stellung der Helden und Weisen des 
Alterthums, welche Perugino in der Halle des Wechsel- 
geriehts zu Perugia im J. 1500 malte 1): am Eingang 
sieht man die Figur des Cato Censorius; an der einen 
Seitenwand stehen Fabius Maximus, Sokrates, Numa Pom- 
pilius,  F. Camillus, Pittacus und Trajanus,  Sieinius, 
Leonidas und Horatius Cooles,  P. Scipio, Perikles und 
Cincinnatus: unter jedem Worte aus ihren Schriften oder 
Reden, dem Orte angemessen, über je dreien derselben 
eine der Cardinaltugenden, welche deren Eigenschaften 
bezeichnen: die Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und 
lllässigkeit. Ihnen entsprechen Propheten und Sibyllen 
auf der gegenüberstehenden Seitenwand. Beides als Vor- 
aussetzung evangelischer Seenen, welche die Hinterwand 
einnehmen, die Geburt und Verklärung Christi. 
Denselben Stufengang hatte Syrlin angedeutet an den 
Chorstühlen im Münster zu Ulm vom J. 1474; aber statt 
der Helden des Heidenthums erscheinen hier Weise und 
Dichter: Seeundus, Quintilian, Seneea, Ptolemäus, Teren- 
tius, Ciccro und Pythagoras, denen auf der andern Seite 
sieben Sibyllen entsprechen, während über beiden die 
Heiligen des Alten Bundes und der Kirche angeordnet 
sind. Ebenso hat Benozzo Gozzoli um dieselbe Zeit (um 
1474) in seinem Gemälde des h. Thomas von Aquino, 
Vasari Leben der Maler I], 2. S. 376. u. die Berichtigungen 
von Schorn Anm. 39. Passavant Rafael von Urbino Th. I. 
S. 495.
        

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