Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025895
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in der mythischen Zeit Verstand und Kunst repräsen- 
tiren. 
Beides, das Interesse für Leben und Thaten, wie für 
die Erlindungen der Heroen erkennt man in dem mehr 
erwähnten encyclopädischen Gedicht des Alanus ab In- 
sulis,  wie aus dem, was früher davon mitgetheilt ist, 
schon hervorgeht. S0 werden dort auch in Beziehung 
auf die Sündfluth Deuealion und Noah zusammengestellt 1). 
Vornehmlich aber ist der Zusammenhang in Kunst und 
Wissenschaft zu bemerken, der hier nicht allein mit dem 
klassischen Alterthum, sondern auch mit dessen mythischer 
Vorzeit geltend gemacht wird. Zumal in der Beschreibung 
der sieben freien Künste werden die Meister derselben 
aus dem Alterthum neben denen des Mittelalters genannt, 
z. B". in der Rhetorik Cicero, Quintilian, Symmachus und 
Sidonius 1). In der allgemeinen Uehersicht der Künste 
aber heisst es von dem Chor der sieben Schwestern unter 
anderem 3): 
citharizat _ut Orpheus, 
Cireinaxt ut Perdix, ut Daedalus erigit arccs. 
Insbesondere folgt in der Schilderung der Musik als 
Zeugniss ihrer Reize eine nähere Erwähnung des Orpheus 
und Amphion 4): wie durch seinen Gesang Orpheus Steine 
erweicht, Wälder zum Gehen und Flüsse zum Stehen ge- 
bracht, wilde Thiere gezähmt und selbst den Pluto zur 
Milde gestimmt,  und ebenso Amphion Steine bewältigt 
und den tyrischen Berg in Mauern verwandelt habe.  
Auch bei Dante, indem er zum Beweise, wie der Menschen 
Thun aus verschiedener Wurzel spriesst, einen Gesetz- 
386. 
1) Alan. ab Insulis Anticlaudian. VI, 7. 
2) Ibid. m, 2. a. p. 349. 
S) Ibid. 11, s. p. 341. vergl. oben s. 237. 
4) Ibid. III, s. p. 353.
        

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