Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025808
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Simon Memmi beigelegt werden, wahrscheinlich aber von 
einem andern Meister um 1366 ausgeführt sind 1). Ein 
hölzernes Altarwerk endlich vom J. 1587 aus der Abtei 
S. Biquier, jetzt im Museum Cluny zu Paris, mit einer 
bildlichen Darstellung des Glaubensbekenntnisses, enthält 
unter diesen Scenen auch die Niederfahrt Christi 2) und 
bei derselben als Wächter der Hölle, in welche aber der 
Herr siegreich eintritt, Tod und Teufel: der letztere ist 
ein Satyr oder vielmehr eine Pansfigur mit Hörnern, 
Schwanz und Bccksfüssen. 
Daneben, aber auch schonvor jener Epoche hat man 
überhaupt böse Geister in Satyrgeslalt gebildet. Ein Satyr, 
der einen Löwen bei der Tatze hält, erscheint am Portal 
von S. Trophime zu Arles 3) wohl aus dem zwölften 
Jahrhundert; ein Satyr nebst einer Sirene an einer Säule 
der alten Kirche zu Souvigny; Satyrn nebst Centauren 
und Harpyien an der ehernen Hauptthür des h. Hauses 
von Loreto 4).  Ferner unter den Malereien in einer 
lateinischen Handschrift des N. T. im Vatican aus dem 
zwölften oder dem Anfang des dreizehnten Jahrhunderts 
sieht man aus einem Besessenen den bösen Geist aus- 
fahren, das ist ein Satyr mit Schwänzchen und Hörnern ö). 
Und in dem Gemälde Mantegmfs, welches den Kampf der 
Tugenden mit den Lastern schildert, haben die letztern 
die Gestalt von Satyrn und Centauren. 
1) E. Förster Beitr. zur neuem Kunstgesch. S. 111. 
2) du Sommerard Les arts du moyen äge, Album, Ser. III. 
Pl. XXXII. 
a) Millin Voy. dans le midi de la Fr. T. III. p. 595. Pl. LXX. 
üg. 18. vergl. oben S. 397. 
4) S. oben S. 388. 401. 
5) d'Agincourt Pitt. Tav. CIII. in der 3. Reihe das letzte Bild 
zur Linken;  etwas anders erscheint der Dämon in derselben 
Reihe, das letzte Bild rechts. 
III.
        

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