Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025780
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zehnten Jahrhundert. Wahrscheinlich liegt in diesem Aus- 
druck eine Anspielung. auf den Cerberus,  wo nicht 
auf die Hekate, die aber nicht sowohl dreiköpfig, als 
dreigestaltig (z-Qiitogguug) ist. 
In die Kunst jedoch scheint diese Auffassung nicht 
übergegangen zu sein. Zwar ist zuweilen im spiitern 
Mittelalter der Teufel mit drei Gesichtern vorgestellt, 
xiainentlich in Miniaturen des dreizehnten und funfzehnten 
Jahrhunderts 1). Das sind aber nicht drei Köpfe, es knüpft 
überhaupt nicht an ein heidnisches Bild au, sondern steht 
gegenüber einer ähnlichen Darstellung der Drcieinigkeit, 
 daher hierauf einzugehen einer späteren Entwickelung 
vorbehalten bleibt. 
Satyrn. 
Dagegen sind der Teufel und seine Engel nicht selten 
in Gestalt von Satyrn vorgestellt. 
Ein solcher kommt leibhaftig in jener Geschichte aus 
dem Leben des Einsiedlers Antonius vor, als derselbe 
im J. 340 tiefer in die Wüste zum Eremiten Paulus sich 
begab. Nachdem der Centatlr, der zuerst ihm erschien, 
sich aber nicht verständlich machen konnte, verschwunden 
war (s. oben S. 394.), erblickte er alsbald, in ein stei- 
niges Thal gekommen, einen Menschen von massiger 
Grösse, mit einer Habichtsnase, Hörnern auf der Stirn 
und Ziegenfüssen, welcher ihm Datteln anbot, gleichsam 
als ein Friedenszeichen. Auf die Frage des Antonius, 
wer er sei, erwiderte er: er sei ein Sterblicher, einer 
der Bewohner der Wüste, welche das in mannichfaltigein 
Irrthum befangcne Heidenthum unter dem Namen von 
Faunen und Satyrn verehre ; er konime im Namen seiner 
Heerde zu bitten, dass Antonius für sie zu dem gemein- 
Abbild. 
Iconogr. 
bei Didron 
clxrät. 
544. 
545.
        

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