Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025760
402 
den Büekenbrettern der hintersten Reihe, in den obern 
Bogenftillungen erscheinen unter andern abentheuerlichen 
Gestalten meist Centauren, die am Vorderleib als Bischöfe, 
zeehende Mönche und Carricaturen von Nonnen gestaltet 
sind 1). Es stellen diese Bildwerke die Versunkenheit 
jener Stände vor Augen und reihen sich so jenen Sculpturen 
an, welche ebenfalls an Kirehengebäuden durch 'l'hierligureu 
die Eigenschaften nicht allein der Mönche, sondern auch 
der Geistlichen sehildernd dem Spott und I-lohn sie preis- 
gaben. Wodurch schon seit Jahrhunderten die bildende 
Kunst gegen die kirchlichen Zustände protestirt und an 
die Nothwendigkeit- einer Reformation an Haupt und 
Gliedern erinnert hatte. 
5. Endlich, wie diese Vorstellung, ohne die ethische 
Bedeutung, mehr nur zur Verzierung gebraucht werden, 
ist aus einer Ausgabe der Heures vom J. 1503 zu sehen, 
einem Pergamentdruek in der K. Bibliothek zu Dresden 2): 
die Stirnseite des ersten Blattes enthält zwei Centauren 
mit Bogen und Pfeilen, Kolben und Schildern,  ein 
Bild kräftiger Schutzwehr, welche ein Wappenschild an 
einen Orangenbaum aufhängen, wie anderswo Genien das 
Wappenschild behüthen. 
Bild 
Dännoneln als 
Teufels. 
des 
Der Teufel erscheint frühzeitig in christlichen Bild- 
werken und zwar in Thiergestalt nach einer eigenthüm- 
liehen Symbolik, welche durch die heilige Schrift dar- 
geboten wird (vergl. loben S.  Diese Vorstellung 
ist auch noch beibehalten, als man später dazu überging, 
 Beschreib. des Münsters zu Basel. 
2) Falkenstein Beschreib. der K. 
S. 478. 
1842. S. 15. 
öffenml. Biblioth. 
zu Dresden
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.