Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025722
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Pfeil abschiesst, der andere einem Drachen einen Spiess 
in's Maul stösst 1). Ebenso ist in der ehemaligen Kloster- 
kirche zu Ilbenstadt in der Wetterau aus der Mitte des 
zwölften Jahrhunderts an dem untern Pfeiler des Kreuzes 
ein Centaur vorgestellt, der einem Drachen einen Pfeil 
inis Maul schiesstz). Auch an einem der Chorstühle in 
der Kathedrale zu Poitiers aus der ersten Hälfte des drei- 
zehnten Jahrhunderts ist ein Pfeil-schiessender Centaur, 
wie an einem andern eine Sirene, gebildet 3).  Unge- 
wöhnliche Vorstellungen enthalten in der Liebfrauenkirchc 
zu Halberstadt die Fries-Reliefs an der Aussenseite der 
steinernen Chorschranke, durch welche das Kreuzmittel 
der Kirche von dem südlichen Kreuzarm getrennt wird, 
ebenfalls aus dem zwölften Jahrhundert 4): unter den eilf 
Gruppen derselben zeigen die zweite und vierte eine 
Centaurin mit zwei Kindern, die an ihre Brust gehen, und 
zwei Centauren, die sich bei den Haaren haben 5). So 
zeigt (s. oben S. 389.) auch eine Gesimsverzierung im 
Münster zu Freiburg zwei geflügelte, 1nit'Schild und 
Schwerdt bewehrte Centauren, welche mit einander 
kämpfen: diese Vorstellung scheint analog zu sein jener 
sonst vorkommenden Verfolgung eines Löwen oder eines 
Drachen durch einen Centauren; die erstere, die saugende 
Centaurin, erinnert an die gleiche Darstellung einer Sirene, 
1) Vügelin in d. Mittheil. der antiq. Gesellschaft in Zürich Bd. I. 
S. 31. Anm. 24. Taf. VII. lig. 1. 
B) Abgebild. bei Fr. Hub. Müller Beitr. zur teutschen Kunst- 
u. Gesch-Kunde. Erster Jahrg. 1832. N0. XX. S. 83. 
a) S. oben S. 391. Anm. 1. 
4) Kugler Kunstgesch. S. 494. setzt die Reliefs dieser Chor- 
schranken in die erste Ilälfte, v. Quasi; im Tüb. Kunstblatt 
1845. S. 222. in das Ende des zwölften Jahrhunderts. 
5) Auf diese Vorstellungen wird hingedeutet im Tüb. Kunstblatt 
1841. S. 410.
        

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