Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025719
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aus der Mitte des zwölften Jahrhunderts 1). In eben diese 
Zeit wird auch das Portal der Kirche S. Trophime in 
Arles gehören, welche im zwölften Jahrhundert erneuet 
ist, obwohl dasselbe nach Einigen noch Rest eines Bau- 
werks aus dem sechsten Jahrhundert sein soll 2). Unter 
seinen Reliefs sind Centauren, die auf Löwen schiessen 3), 
so wie Menschen im Kampf mit Löwen und andern Thieren. 
Die Beziehung, die man hierin hat finden wollen 4), auf 
die Kampfspiele der Römer, bei welchen Christen reissen- 
den Thieren vorgeworfen wurden, ist an dieser Stelle 
gewiss nicht geeignet: wahrscheinlich bedeuten die letztem 
Vorstellungen den Kampf der Christen mit den Lastern 
und jene auf Löwen sehiessenden Centauren den Wider- 
streit der Leidenschaften gegen einander.  Beide Figuren, 
ein Löwe und ein Centaur, finden sich auch an der Lund- 
byekirche auf Thorsing bei Fünen ausserhalb zu beiden 
Seiten der Thür in Stein gehauen,  ein Werk des 
zwölften Jahrhunderts, spätestens um 1200 5). 
Auch in Bildwcrken innerhalb der Kirchen sind Cen- 
tauren dargestellt. Der Kreuzgang beim Grossmünster 
zu Zürich aus dem Ende des eilften oder Anfang des 
zwölften Jahrhunderts enthält unter seinen Basreliefs zwei 
weibliche Centauren, 
V01] 
denen 
der 
eine rückwärts einen 
1) D e L ab ord e Monum. de la France T. II. Pl. 126. Descript. p. 3. 
2) Abgebild. bei Millin Voy. dans le midi de la Fr. Pl. LXX.  
Für die Giebelwand der alten, im sechsten Jahrh. erbauten 
Kirche hält von Quandt dies Portal, Beob. u. Phantas. über 
Menschen, Natur u. Kunst auf einer Reise in's mittäg. Frank- 
reich S. 211. Doch scheint sowohl die reiche Ausschmückung, 
als der Gegenstand dieser Sculpturen gegen ein so hohes Alter 
zu sprechen. 
3) Millin l. c. fig. 15. T. III. p. 593. 
4) v. Quandt a. a. O. S. 213. 
5) Nach einer Mittheilung, die ich Herrn Prof. Hoyen in Kopen- 
hagen verdanke.
        

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