Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025473
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geschichte: ecce magnus terrae motus, genius enim do- 
mini de coelo degressus venerat avolutum lapidem (Matth. 
XXVIII,  Ebenso steht lotio für baptisma, respublica 
für ecclesia 1), vates und vaticinari für propheta und 
prophetare 2). Es wurde dieser Uebersetzung deshalb 
eine aifectirte Eleganz der lateinischen Sprache zum Vor- 
wurf gemacht, ja dass sie in's Heidnische gerathen sei: 
Beza eröffnete in seinen Anmerkungen zum N. T. (1556) 
den Angriff gegen Castcllio, worauf später (1562. 1563) 
darüber eigene Streilschrilten zwischen beiden gewechselt 
wurden 3). Einige Ausstellungen erkannte Castellio an, 
namentlich das Unpassende des Ausdrucks genius (sowie 
lotio, respublica), daher er schon in der Ausgabe von 
1556 4) statt derselben die kirchlichen Ausdrücke, welche 
jenen hatten weichen müssen, (angelus, sowie auch 
baptisma, ecclesia) wiederherstellte ; wogegen er in andern 
Fällen, z. B. bei vates und vaticinari, bei dem Stil seiner 
ersten Uebersetzung beharrte. 
Feindliche 
Dämonen. 
Mancherlei dämonische Gestalten hat das heidnische 
Alterthum hervorgebracht, zumal durch Verbindung der 
menschlichen und der Thiergestalt, um theils die rohe, 
1) Z. B. lilatth. XXI, 25: lotio Johannis unde erat? Matth. 
XVIII, 17: quod si eos non audierit, dicito reipublicae, quod 
si ne rempublicam quidem audierit etc. 
2) Z. B. Matth. XI, 13: omnes enim vates atque lex ad Johannem 
usque vaticinati sunt. 
a) Vergl. Richard Simon Hist. crit. des vers. du N. T. p. 276. 
279. 281. 
4) Das ist die letzte Ausgabe, die er selbst verbessert hat. In der 
hiesigen König]. Bibliothek ist (ausser der von 1554) die Ausg. 
von 1573, ex Castalionis postrema recogniL,  aus welcher 
jene Restitution auch zu ersehen ist.
        

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