Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025406
366 
Romano, dem Giulio Clovio sind die Malereien eines 
lateinischen Gebctbuchs in der K. Bibliothek zu München 1), 
dessen Titelblatt zwei nackte Flügelknaben als Wappen- 
träger enthält.  Dieselbe Weise findet sich in deutschen 
Malereien, namentlich in dem Jenaer Evangelislarium von 
Lucas Cranach (1507), wie schon oben erwähnt ist, und 
in einem Bamberger Antiphonarinm vom J. 1546 2). 
Ebenfalls nur zur Verzierung dienen die Genien, 
mit denen man es liebte auch am Rande christlicher 
Darstellungen die Arabesken zu beleben,  wie z. B. 
in mehreren Horentinischen Miniaturen aus dem letzten 
Viertel des fünfzehnten Jahrhunderts zu ersehen ist, dem 
Gebetbuch mit Malereien des Sinibaldi vom J. 1485 und 
dem Breviarium des Königs Matthias Corvinus vom J. 1492, 
jenes in München (s. oben S. 295.), dieses in der Vati- 
canischen Bibliothek 3). 
Selbständiger ist die Vorstellung eines Genius, mehr 
in die Mitte des Bildes eintretend, in einem Gemälde aus 
der Salnmlung lateinischer Lobgediehte auf Julius II. 
(1503-1513) und seinen Neffen in derselben Bibliothek; 
es ist eine ganz weltliche Scene, die hier vorgeführt 
wird, componirt nach antiken Ideen,  der Triumph 
Julius II. nach der Einnahme von Bologna: auf einer 
Quadriga, deren Bosse ein nackter Flügelknabe lenkt, 
erscheint der Papst gleich einem römischen Imperator, 
gefolgt von gefesselten Gefangenen, ihm gegenüber die 
1) Cim. 48. (Sclimeller Allg. Ausk. S.  ehemals V. u. 10. 
2) Ms. Ed. 1. 28. bei Jaeck Beschreib. der ülfentl. Bibl. zu Bam- 
berg Th. l. S. 13. n. '70. 
3) düägincourt Pittur. Tav. LXXIX. lig. 3. Platner Beschreib. 
Roms II, 2. S. 361.  Ebenso in der vorhin erwähnten Vatic. 
Handschrift des aristotelischen Buchs von den Thieren, d'Agin- 
court Pittur. LXXVI, 3.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.