363
Mailand, ein Werk des Andrea Fusina vom J. 1495 1),
an welchem Genien die Insehrifttafel haltend und andere,
welche ein Gewinde tragen, angebracht sind. Auch
an einem Tabernakel in der Kirche S. Cosimato zu Rom
sind unten an den beiden Pfeilern zwei Gcnien mit den
Wappen des Cardinals Lorenzo Cibe dargestellt, wogegen
an der hintern Wand über der h. Jungfrau zwei schwebende
Engel erscheinen 2).
Im sechzehnten Jahrhundert breitet sich die Vor-
stellung von Genien in kirchlichen Sculpturen weiter aus,
wenn sie auch ferner nur die Hauptvorstellung umspielen.
S0 sind an der Bronzethür der Sakristei in S. Marco zu
Venedig, einem Werk des J acopc Sansovino, welches
in den beiden Hauptfeldern Christi Grablegung und Auf-
erstehung enthält, dazwischen in einem Streifen und rings-
umher in der Einfassung", ausser den Evangelisten und
andern Vorstellungen, zehn Paare meist nackter Flügel-
knaben gebildet 3). Besonders reich aber ist das Sebaldus-
Grab von Peter Vischer mit Genien verziert, deren
schon früher (S. 298.) gedacht ist. Eine eigenthüm-
liehe Erscheinung sind zwei nackte, ungefliigelte Knaben
mit der umgekehrten Fackel in der Hand zu beiden Seiten
des Wappens auf dem Grabmal dreier Grafen von Nassau-
Saarbrücken vom J. 1559 in der Kirche zu St. Arnual4),
welches unten in dem Hauptfelde die Figuren derselben
Cicognara l. c. P. II. Tav. XLIX. T. IV. p. 386. Auch zwei
Medusenhäupter sind daran vorgestellt, s. unten S. 38.
2) Platner Beschrcib. Roms III, 3. S. 659.
n) Cicognara l. c. P. II. Tav. LXXII. du Sommcrard I. c.
Sörie II. PI. XIX.
4) Chr. Willi. Schmidt Die Grabmäler des Hauses Nassau-
Saarbrückcxl zu St. Arnual, Saarbrücken u. Ottweiler. 'l'rier,
1846. Taf. III. Vergl. oben S. 347.