Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025353
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Ebenso sind von besonderem Interesse die alle- 
gorischen Malereien, welche Ambrogio di Lorcnzetto 
im ölfentlichcn Palast zu Siena wahrscheinlich im J. 1337 
in 'l'empera ausführte, da sie mehrfache Ueberlieferungen 
aus der Antike und zahlreiche Personiiicationen, darunter 
auch Genien, enthalten: neben einer nliinnlicheii Figur in 
kaiscrlichem Ornat sieht man die verschiedenen politischen 
Tugenden in weiblicher Gestalt, das sind ausser den vier 
Haupttugenden Pax und Magnificcntia ; oberhalb des Fürsten 
aber drei fliegende Genien, nach den Beischriften Glaube, 
Liebe, Hoffnung (die sonst in der Regel auch in weib- 
licher Gestalt vorgestellt werden), so wie zwei Genien 
zu seinen Füssen l). 
Mit dem Anfange des funfzehnten Jahrhunderts he- 
ginnt dann eine zusammenhängende Reihe von Vorstel- 
lungen, wodurch die Genien in der christlichen Kunst ganz 
einheimisch werden: solches erfolgt in der Steigerung, 
dass sie zuerst nur als Verzierung dienen, dann in alle- 
gorischcr Bedeutung Aufnahme finden, endlich als wirk- 
liche Wesen Engel vorstellen sollen.  Die Sculpturwerke 
aber gehen hierin den Gemälden voran. 
Am Anfange des Jahrhunderts steht J acopo della 
Quercia mit einem Basrelief: drei nackte Flügelknaben 
ein Blumengewindc haltend, jetzt in der Florentiiafiischen 
Gallerie, ursprünglich eine Seite am Sockel des Grabmals, 
welches er für die Illaria del Carretto, Gemahlin des 
Gebieters von Lucca verfertigte 2) (vergl. oben S. 292.). 
Vornehmlich führte dann Donatello solche Vorstellungen 
in die Kirchen ein: an der Marmorkanzel zu Prato vorn 
J. 1435 singende und musicirende Kinder, an der Bronze- 
L 
Beitr. 
 Iiumohr Italien. Forsch. Th. II. S. 104. E. Förster 
zur neuern Kunstgeschl. S. 182 f. 
i) Abgeb. b. Cicognara Star. d. scult. P. lI. Tav. III.
        

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