Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Mythologie der christlichen Kunst von der ältesten Zeit bis in's sechzehnte Jahrhundert
Person:
Piper, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1021104
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1025344
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als eine Blume ein Engelskopf eingeschlossen. Ganz 
anders die Einfassungen des letzterwähnten Hauptraums; 
die bekleideten Engel im ersten Gewölbe sind hier zu 
nackten Genien geworden, die Engelsköpfe zwischen den 
Blättern in Blüthenkelche, geflügelte Basiliskenköple und 
dergleichen verwandelt; Genien schwingen sich an den 
Blumenranken auf oder pflücken Früchte oder sie lauschen 
in den Kelchen der Bltunen.  Gerade diese Figuren 
geben einen Fingerzeig über eine der Quellen, aus der 
dieser Meister für die Erneuerung der Malerei geschöpft 
hat: sie sind der Antike entnommen. Sie zcilgen aber 
auch von seiner künstlerischen Besonnenheit, da er nur 
in Beiwerken die Phantasie frei walten lasst, in denen 
sie die Gegenstände christlicher Verehrung umspielen. 
S0 hat schon er das Vorbild gegeben, wie weit eigen- 
thiimliche Vorstellungen der antiken Kunst in Bildern, 
die einen christlichen Gegenstand und eine kirchliche 
Bestimmung haben, Aufnahme finden mögen. 
In seine Zeit noch fallen auch die "Mosaiken, mit 
welcheniJaeob T orriti die Tribune zweier Hauptkirchen 
Roms, S. Giovanni in Laterano (1291) und S. Maria 
maggiore (beendigt 1,295) schmückte 1): die ganze Breite 
des Vordergrundes nimmt der Jordan ein, auf dessen 
Wellen Schwäne und Böte mit Menschen sich bewegen, 
an dessen Ufern zwischen Blumen und Vögeln Kinder 
spielen;  da sind auch geschäftige Genien im Wasser wie 
am Ufer dargestellt. Diese Mosaiken enthalten noch andere 
mythologische Vorstellungen, namentlich Flussgötter und 
den Phönix, und zeichnen sich durch eine reiche Symbolik 
aus,  zunächst der Jordan ist Symbol der Taufe  
weshalb wir öfter auf sie zurückkommen werden. 
1) Abbild. von 
'Taf. XLVI. 
Knapp 
XLVII. 
Bu 
115811 
Die Basiliken des christl. Roms
        

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